Christsein in der Matrix

Besser Leben in einer unwirklichen Welt, (Leseprobe)

Peter Bernhard

Stellaazul-Verlag,                                                                             

published in Barcelona, Spain, 2015                                                                   

by Peter Bernhard    

 ISBN-13: 978-1544162072 

 https://innerwisehealing.wordpress.com

 

 

 

Inhaltverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Die Gestalt und die Kraft Jesu
  3. Wir brauchen neue Antworten
  4. Die Entwicklung von Gottesbildern
  5. Was Jesus von Gott dachte
  6. Gott, Göttin oder Quelle?
  7. Ist Gott allmächtig?
  8. Wir leben in einer Matrix
  9. Eine neue Christologie
  10. Der heilige und der heile Geist
  11. Maria, ein Bild von der empfangenden Seele
  12. Welchen Sinn macht das Opfer Jesu?
  13. Welche Bedeutung hat die Auferstehung heute?
  14. Jesus ist kein Richter
  15. Die Spirituelle Anwendung
  16. Das Ziel unseres Übens ist eine neue Gemeinschaft

 

In diesem Buch werden wir von der Grundannahme ausgehen, was wir in einer Matrix leben. Was heißt das? Es heißt, in einer unwirklichen Welt zu leben. Im Film „Matrix“ lebte fast die gesamte Menschheit in einem künstlich erzeugten Schlaf, kontrolliert und benutzt von intelligenten Maschinen. Die Welt, in der sie zu leben glaubten, wurde von einem Supercomputer erzeugt und in ihre Köpfe geleitet. Sie lebten also in einer künstlichen Welt, wo sie andere Menschen treffen konnten, die auch schliefen wie sie, und keine Ahnung davon hatten, wo sich ihre Körper wirklich befanden. Anders als in dieser dramatischen Trilogie leben wir jedoch in einem Universum, das uns nicht von jemandem anderen aufgezwungen wird, weil dies den Gesetzen Gottes vollkommen widersprechen würde.  Warum soll das die Welt, die uns umgibt unwirklich sein? Aus mehreren Gründen.

  • Es gibt keine Materie. Was wir als Materie wahrnehmen sind nur Teilchen, die in bestimmten Mustern und Frequenzen schwingen. Die Leere in diesen Mustern und in den Atomen beträgt 99,99999%, wenn wir davon ausgehen, das Protonen, Elektronen und Positronen aus Materie bestehen, was sie nicht tun.
  • Die Zeit bewegt sich nicht in eine Richtung aus der Vergangenheit in die Zukunft. Sie bewegt sich in jede Richtung. Nur unser Geist strukturiert Zeit in einer Weise, die der Trennung von Ereignissen dient. In Wirklichkeit gibt es nur das Jetzt.
  • Iin der Quantenwelt existiert die Welt die wir sehen zusammen mit Millionen anderen nur als Möglichkeit. Nur wenn wir „hinsehen“ kollabiert das Quantenfeld in eine Raum-Zeit-Welt. Sie ist daher nichts anderes als eine Vorstellung.
  • Messungen an der „Oberfläche“ von Schwarzen Löchern haben ergeben, dass Informationen im Universum nur zweidimensional existieren. Das bedeutet, dass unsere Welt einem Hologramm ähnelt, projiziert aus einer zweidimensionalen Tafel auf eine entfernte Oberfläche, was den Eindruck der Tiefe und damit der Drei-dimensionalität erzeugt. Darum können wir den Ort „Hier“ auch nie verlassen und den einzigen wirklichen Eindruck der Tiefe des Raumes den wir haben, ist das Ausstrecken unseres Armes. Aber auch dies ist kein Beweis für die Dreidimensionalität, da alle unsere Sinne uns täuschen können, und wir diesen niemals entkommen können, solange wir uns mit dem Körper identifizieren.
  • Teilchen kommen und verschwinden aus dem Nichts. Das stellt alles in Frage was wir in unserem Alltag glauben.
  • Die Gravitation, die wir im Universum messen, geht nur zu etwa 3.5% auf Materiepartikel zurück, die wir kennen, der Rest ist uns vollkommen unbekannt. Die Wissenschaftler nennen den Rest „Dunkle Materie“ und „Dunkle Energie“, um ihr Unwissen zu kaschieren. Das Auftreten der Wissenschaft als Hüter und Vermittler der Wahrheit erscheint, wenn wir dies in Betracht ziehen, als recht überheblich.
  • Der menschliche Geist, in dem die Welt erscheint, ist auch dann aufnahmefähig, wenn das Gehirn klinisch tot ist. Dies haben viele Nahtodesberichte aufgezeigt, die über Tatsachen berichteten, die der Koma-Patient nicht hatte wissen können, ohne die Begrenzungen seines Körpers transzendiert zu haben. Wer ist dann der Betrachter? Was sagt dies über das Universum aus?
  • Kommunikation und Wissen können von Geist zu Geist wandern, ohne eines materiellen Mediums zu bedürfen.

 

Die holographische Natur des Universum wurde auch schon von gnostischen und östlichen Religionen,  wie auch von der Philosophie des Konstruktivismus erkannt. Wir leben danach in einer Welt, in der wir eine Widerspiegelung unserer wirklichen Überzeugungen sehen. In einer solchen Gedankenwelt zu leben, heißt in einer kausalen Schleife zu leben, in der die Welt, die uns zu umgeben scheint, auf unseren Geisteszustand reagiert. Wir haben uns angewöhnt, eine Abwehrhaltung einzunehmen, weil die Welt uns so oft anzugreifen scheint. Aber genau diese Reaktion hält uns auch hier gefangen. Wir haben die Welt zur Ursache für unser Schicksal gemacht. In Wirklichkeit sind wir die Träumer der Welt, und brauchten uns nur von ganzem Herzen einen Traum des Erwachens aus dieser Welt zu wünschen, um eine andere Welt vor unseren Augen aufdämmern zu sehen.  Dies ist nichts anderes als die ursprüngliche christliche Botschaft. Wenn die Wahrheit in ihrer Einfachheit erkannt worden ist, haben wir das Evangelium erfüllt und die Erfahrung unserer Einheit mit Gott und der Schöpfung erlangt. Was heißt es heutzutage als Christ zu leben?

Ist unser Leben ein Tanz der Freude und der Dankbarkeit, dafür, dass es uns gibt und wir mit dem ganzen Universum verbunden sind? Oder sind wir noch immer damit beschäftigt mit uns selbst ins Reine zu kommen? Fühlen wir uns schuldig für die Dinge, die wir getan haben? Fühlen wir uns schuldig wir selbst zu sein? Die meisten von uns wohl ja. Für sie war das Christsein immer gleichbedeutend mit einem Gefühl der Schuld gegenüber Gott. Aber was ist wenn Gott uns noch immer liebt, wir das aber nicht wahrhaben wollen, weil dies uns Angst macht? Weil wir noch mehr an uns arbeiten zu müssen glauben, bevor wir seiner Liebe erlauben unser Herz zu berühren? Was wäre wenn Christsein nichts anderes ist als eine Aufforderung es Gott zu erlauben uns zu lieben und es dieser Liebe zu erlauben durch uns hindurch in das ganze Universum zu strömen, durch die Matrix hinaus in die Welt der Wahrheit? Das könnte eine ganz andere Religion sein, als wir sie kennen. Es wäre eine Religion im ursprünglichen Sinne, im Sinne einer Rückversicherung zum Ursprung.

Aber bis dahin kann es manchmal ein langer Weg sein. Besonders für meine Generation.

Während in anderen Teilen der Welt das Christentum weiterhin attraktiv ist und immer neue Anhänger gewinnt, verliert es in Europa und Deutschland an Relevanz. Ich arbeitete selbst für einige Jahre als Diakon in einer Gemeinde. Meine spirituelle Suche führte mich schon früh auch zu anderen Systemen hin. Ich machte mit meinen Freunden Schwitzhütten, kabbalistische Anruf-ungen, Zen-Meditationen, Tarot-Befragungen, schamanistische Rituale und viele andere Angebote aus der New-Age-Bewegung. All das öffnete meinen Blick für ein geheimnisvolles Universum, das noch immer mit uns kommuniziert. Der evangelische Glaube konnte mir dagegen die simple Frage nicht beantworten, welche Beziehung und Bedeutung zum Beispiel der Baum, an dem ich gerade lehnte, gerade jetzt für mich haben konnte. Die offizielle Antwort würde wohl lauten: keine Bedeutung. Damit war das Hier und Jetzt bedeutungslos und nur die biblische Vergangenheit und die eschatologische (auf die Endzeit bezogen, wie die Wiederkunft Christi und das Jüngste Gericht) Zukunft im Blick.
Obwohl ich viele neue Dinge entdeckte und Erfahrungen machte, blieb mir die Gestalt Jesu als Freund und Erlöser immer nahe. Aber ich konnte den traditionellen christlichen Glauben nicht mit der Einheitsschau östlicher Religionen und westlicher Quantenphysik in Einklang bringen.

Die Antwort kam jedoch in ihrer eigenen Weise zu mir und sie stellte alles auf den Kopf was ich bisher unter der Bezeichnung Christentum gelernt hatte. Ich hatte das Glück einen christlichen Meister zu treffen, der den auch Titel verdiente.

 

 

 

  1. Die Gestalt und die Kraft Jesu

Wer sich als Christ betrachtet, wird sich von der Gestalt Jesu von Nazareth angezogen fühlen. Er mag Sehnsucht und Liebe spüren, wenn er an Jesus denkt. Das verbindet alle Christen miteinander. Viele haben sich vom christlichen Glauben aber auch abgewandt, weil sie beim Gedanken an Jesus vor allem an eine blutende Schmerzensgestalt denken müssen, die meistens auch noch tot an einem Kreuz hängt. Wer sich auf dieses Bild wirklich einlässt, was vor allem manche Kinder noch tun, wird vielleicht Unbehagen oder gar Angst spüren.

Wie wäre es aber, wenn der Gedanke an Jesus und seine Lehre nur Freude auslösen würde? Der rationale Geist in unserer westlichen Zivilisation hat immer wieder versucht alles Gute, das in die Welt gekommen war, umzumünzen in Macht und Kontrolle und die guten und hilfreichen Lehren dabei verdunkelt. Jesus als der Mann am Kreuz ist dafür ein gutes Beispiel. Wäre Jesus kein glücklicher Mann gewesen, hätte kaum jemand ihm zugehört. Verfinsterte und hasserfüllte Geister gab es zu seiner Zeit wie heute im Orient genug. Erst am Ende des 20. Jahrhunderts tauchten wieder Bilder von einem lachenden Jesus auf, bis dahin war er meist mit Leidensmiene und Dornenkrone dargestellt worden oder eben tot am Kreuz. Ein fröhlicher Jesus würde unserer Gesellschaft vielleicht einen Bezugspunkt geben, um viele der Probleme, mit denen sie sich konfrontiert sieht, auf neue Art und Weise anzugehen. Wir glauben, dass die ursprüngliche Erkenntnis, die hinter allen Taten und Lehren Jesu stand, genau diese Kraft hat, uns alle und die Welt radikal zu verändern, so dass wir ein Leben finden, in dem unsere Hoffnungen nicht mehr enttäuscht werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Wir brauchen neue Antworten

Über eine mögliche neue Deutung und Praxis des christlichen Glaubens sind viele Bücher geschrieben worden, die meistens Teilprobleme behandelten und Teillösungen anboten. Die hier angebotene Vision will aber auch das berücksichtigen, was in den letzten Jahren auf quantenphysikalischen und auch auf spirituellem Gebiet entdeckt worden ist. Wir hoffen am Ende auf eine Gesamtschau des christlichen Glaubens, der auch in einer nach-postmodernen Welt Orientierung und Trans-formation anbieten kann, in einer Welt, die zerrissen ist zwischen einer industriellen „ersten“ Welt, die ihren Wohlstand verteidigt und dem Rest der Welt, wo Menschen oft in bitterer Armut und inmitten verheerender Kriege leben müssen. Nur 7% der Weltbevölkerung benutzen heutzutage jemals ein Flugzeug. Bald haben  1% der Weltbevölkerung soviel Reichtum aufgehäuft, wie die restlichen 99 % und ihr Anteil steigt. Auf diese Situation mit Zorn zu reagieren, scheint für alle Menschen mit Verstand und Herz eine gesunde Reaktion zu sein. Bis jetzt hat dieser Zorn aber zu keiner Verbesserung der Lage geführt. Leute, die sich dieser Wut hingegeben haben, scheinen der Verrückt-heit der Welt nur noch mehr Wahnsinn hinzugefügt zu haben, anstatt einer Lösung wirklich näher gekommen zu sein. Wer sich klarmacht, wie sehr die Protestierer eigent-lich Recht haben und wie wenig Gutes sie doch ausrichten können, muss sich fragen, ob in dieser Welt wir nicht in einem Tollhaus gelandet sind. Auch diese Frage  wird uns später noch weiter beschäftigen. Gibt es aber vielleicht trotzdem einen Weg Frieden in dieser Welt zu finden, ohne ein Zyniker oder ein Heuchler zu sein? Gibt es eine Möglichkeit die Welt zu verändern oder zu retten, selbst dann, wenn wir schon Prozesse in Gang gesetzt haben, die unumkehrbar zu sein scheinen? Wenn es eine Antwort auf all diese theologischen, sozialen und existentiellen Fragen gibt, muss es eine einfache Antwort sein, denn die Wahrheit ist, per Definition einfach. Sie wird dem geneigten Lesen Schritt für Schritt in diesem kleinen Buch enthüllt werden, wenn er die nötige Geduld mitbringt, die er für die Würdigung und das Verstehen dieser Antwort brauchen wird. Weiterhin sind dem Text am Ende Übungen hinzugefügt, die das neue Verstehen unterstützen sollen. Im Ganzen ist das Buch als ein Schlüssel für eine neue Welt gedacht, weil unsere Überzeugungen die Welt erschaffen, wie wir schon angedeutet haben. Wir wollen eine Welt zu sehen lernen, die offen zum Unendlichen hin ist, die zwar noch nicht ganz erlöst sein muss, die aber der Erlösung keinen Widerstand mehr entgegen-bringt; eine Welt, in der ein Abglanz des Himmels bereits geschaut werden kann. Ich könnte mir auch die Bildung einer neuen Gruppe vorstellen, in der wir dies alles bereits als Vision vollendet sehen können, nennen wir sie die Kinder des Windes, die dem Geist folgen wo er weht. Es kann eine utopische Gemeinschaft sein, die aus der Vision heraus ein Leben der Kommunion und des Tanzes lebt. Sie könnten auf diese Weise zwei Dinge vollbringen: Sie lassen von außen nach Innen die Dinge in sich zurückfallen die angenommen und denen vergeben werden muss, was die Vergebungsarbeit genannt werden kann und sie bringen von Innen nach Außen die Energie des Segens, der von Gott über sie in die ganze Welt hinausströmt. So ist der Tanz, der all dies zusammenbringt und erlebbar macht, eine ihrer Methoden der Verbundenheit. Diese Gemeinschaft ist ein Traum der vollendeten Praxis in der Unvollkommenheit dieser Welt und das ist wie wir glauben, was Christsein bedeutet. Während es in diesem Buch mehr um die theologischen Grundlagen dieses christlichen Neuanfanges geht, wird in meinem Buch „Das neue Jesusgebet“ mehr über die Praxis der Umwandlung des Menschen zu Gott gesprochen. Die Gemeinschaft der Kinder des Windes bleibt ein Traum oder eine Anregung, die einjeder selbst in seinem Leben umsetzen kann.

Wir werden dem traditionellen christlichen apostolischen Glaubensbekenntnis folgen und sehen was wir heute anders sehen oder was wir neu deuten müssen. Wir werden ohne Ärger, aber mit Liebe für die Tradition an diese Aufräumarbeit gehen, wohl wissend, dass in vielen alten Texten, die wir heute nicht mehr verstehen, doch noch Wahrheit stecken kann, die nur neu formuliert zu werden braucht, um sie hilfreich zu machen.

Wir haben uns an den Gedanken gewöhnt, dass man Kompromisse schließen muss, um gut durchs Leben zu kommen. Wir glauben weiterhin, dass es verschiedenen Wahrheiten gibt, wie auch eine Vielzahl von Theorien, die sich widersprechen. Daher nehmen wir oft an, dass es letztlich unklar ist, was genau wahr ist und was falsch. Wer den Gedanken dieses Buches folgen möchte, ist eingeladen, für die Zeit des Lesens und Verstehens eine andere Art des Denkens anzuwenden, eine Art des Denkens ohne Kompromisse. Wir bauen unsere Untersuchung auf drei Grundannahmen auf:

– Eine Wahrheit ist nur dann wahr, wenn sie vollkommen wahr ist. Wenn sie nur eine Ausnahme hat, ist sie nicht mehr wahr. Sie muss also, wenn es sie gibt, allumfassend sein, denn es kann nur eine Wahrheit geben.

– Da alle Dinge, die wir sehen und von denen wir hören ein Gegenteil haben, kann der Wahrheitsbegriff nicht auf diese Dinge angewendet werden.

– Wenn es einen Gott gibt, muss er die Wahrheit sein und kann keine Ausnahme haben.

Die Einsicht, dass Gott keine Ausnahme haben kann, wenn er Gott ist, wird uns zu neuen Einsichten darüber führen, wer Gott eigentlich ist und auch darüber, was diese Welt eigentlich ist. Dieses Thema wurde in dem Kreuzfahrerfilm „Das Königreich des Himmels“ angeschnitten, als es einen Streit zwischen dem katholischen Priester und dem Führer der Verteidigung Jerusalems gegen ein muslimisches Heer gab. Es ging darum, ob man die Toten in dieser eingeschlossenen Stadt verbrennen durfte, bevor sich Seuchen ausbreiteten. Dies war deshalb ein Problem, weil es im mittelalterlichen Christentum verboten war, Tote zu verbrennen. Es wurde geglaubt, dass die Auferstehung körperlicher Natur sei und von der Erhaltung der Gebeine der Toten abhinge. Der Führer sagte nun zu dem Priester den folgenden Satz: „Wenn Gott nicht versteht, dass wir die Toten verbrennen müssen, weil wir sonst alle an den Seuchen der Pestilenz zugrunde gehen, dann ist er nicht Gott und wir brauchen uns keine Sorgen zu machen.“ Und dies ist einfach wahr. Dies kann auch heute von vielen anderen Dingen gesagt werden, die im Namen eines einseitigen oder begrenzten Gottesbildes geglaubt und getan werden. Mit einem neuen unverstellten Blick werden wir die Theodizee-Frage, die Frage nach der Rechtfertigung Gottes im Angesicht einer Welt voller Leiden, neu beantworten können.

Die in diesem Buch gegebenen Antworten sind keineswegs neu. Was wir hier jedoch versuchen werden ist es auf eine frische und unvoreingenommene Weise auf zwei verschiedene Themenbereiche zu schauen. Einmal sind es die wissenschaftlichen Fakten am Beginn des 21.Jahrhunderts, die wir schon erwähnt haben und zum anderen die neuen spirituellen Erkenntnisse, die uns durch innere Botschaften in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschenkt wurden. Das Ziel dieses Büchlein ist es für ein Christentum einzutreten,  das wieder zu der Freiheit und Freude der ersten Christen, der Leute von Q, zurückkehrt, (die Verfasser und Schüler der Logienquelle Q, die die ältesten Mitschriften der Aussprüche Jesu enthielt und ins Neue Testament Eingang fand) die schon lange vor  der Veröffentlichung des ersten Evangeliums frei wie die Vögel über die Straßen Palästinas zogen. Die heutigen Radikalchristen nehmen sich diese Gruppe zum Vorbild. Als Christ radikal zu sein bedeutet nicht, rechts-konservativ oder links-anarchistisch zu sein, sondern nur in einer andauernden Verbindung zu Gott zu stehen. Es heißt vor allem aus einer inneren Freude heraus zu leben. Für die Leute von Q war die Bergpredigt ein soziales und spirituelles Grundsatzprogramm aus dem sie lebten. Durch moderne Methoden der Exegese (des Schriftverständnisses) können wir diese historisch bisher unbekannte Bewegung aus der Geschichte auferstehen lassen und von ihr lernen. Sie waren nicht unbedingt Nomaden, wie auch Jesus und seine Jünger nicht, obwohl sie viel unterwegs waren. Sie besaßen vermutlich wie Jesus Höfe und Rückzugsgebiete, die ihnen von Freunden und Anhängern zur Verfügung gestellt wurden. Das Teilen der Güter und das brüderliche Sorgen umeinander machte die Einzigartigkeit ihrer Gemeinschaft aus. Nun wollen wir uns den zentralen Aussagen des christlichen Glaubens zuwenden, der wie keine andere Religion kirchlich geprägt worden ist. Um die Auslegung dieses Bekenntnisses wurden Kriege geführt. Heute im Zeitalter des neuen Jihad erscheint das weniger abwegig, als noch vor einigen Jahren, als wir an den Sieg der Vernunft glaubten. Zum Glück gibt es noch etwas jenseits der Vernunft und diese Macht wird uns letztendlich retten, denn von uns allein können wir nichts tun.