Aus Der Kurs der Wunder

Zweimal gerettet

Die folgenden beiden Erlebnisse stammen von einem jüdischen Wissenschaftler, Piloten und Mystiker, den wir hier Alfred nennen wollen. Ich war mehrmals mit anderen Freuden in seinem Blockhaus am Wisconsin-River zu Gast, wo er uns zum Essen und zu Gesprächen eingeladen hatte. Wir waren alle da, um den Kurs bei unserem Meister zu studieren. Er hatte viele Geschichten zu erzählen, von denen ich diese zwei ausgewählt habe. Als Alfred ein Junge von etwa 7 Jahren war, so um 1938, stieg er in einen Zug von Köln nach Berlin. Er fuhr in einem geschlossenen Erste-Klasse-Abteil, was für Juden eigentlich verboten war. Er war ganz für sich allein und versuchte die Fahrt zu genießen. Nach einiger Zeit hielt der Zug an und es geschah etwas, das wie ein Alptraum anfing. Ein SS-Standartenführer in einem langen schwarzen Ledermantel marschierte langsam den Gang entlang. Er las die Nummer von Alfreds Abteil, öffnete die Tür und kam mit großen Schritten hinein. Er nahm seine Militärmütze ab und warf sich auf den gegenüberliegenden Sitz. Alfred versuchte sich nichts anmerken zu lassen und schaute starr aus dem Fenster. Der SS-Offizier fing an seinen Mantel auszuziehen, seine Pistole abzuschnallen und es sich auf seiner Bank gemütlich zu machen. Dann sagte er etwas ganz Unerwartetes: “Diesmal habt ihr keinen Moses, der euch retten kann. Jeder muss sein eigener Messias sein.” Alfred schaute ihn erstaunt an. Der Offizier fuhr fort über das Alte Testament zu reden, in dem er sich sehr gut auszukennen schien. Dann wurde er plötzlich persönlich und senkte seine Stimme:

„Hör zu, ich weiß dass du ein jüdischer Junge bist. Du musst mir versprechen, dass du das, was ich dir jetzt sage, deinen Eltern weitersagst. Versprichst du das?“ Alfred nickte beklommen.

„Wenn du nach Hause kommst, sag deinen Eltern, dass sie sofort ihre Koffer packen sollen und auf dem schnellsten Weg das Reich verlassen müssen. Sie müssen nach Westen fliehen, nicht nach Osten. Wirst du das sagen?“

„Ja, Herr, ich werde es sagen.“

Der Offizier nickte. „Es wird ganz schlimm hier, verstehst du, ihr könnt hier nicht bleiben.“

Alfred und seine Eltern folgten dem Rad des Standartenführers und verließen das Deutsche Reich, um in die USA überzusiedeln. Die Stadt Köln hat Alfred vor einigen Jahren zu einer Veranstaltung für die überlebenden Juden der Stadt eingeladen. Es war das erste Mal, dass er die Stadt seit dem Krieg wiedersah.

Ein weiteres Wunder, das Alfred erlebte, gehört zu den bekannteren, die Sai Baba bewirkt haben soll.

Sai Baba war ein Heiliger mit Hunderttausenden An-hängern weltweit, der schon zu Lebzeiten als Avatar, als ein aufgestiegener Meister verehrt wurde. Alfred flog als Pilot mit einer kleinen Passagiermaschine über Nord-Nevada und verlor in einen schweren Schneesturm die Orientierung. Er hatte fast keinen Treibstoff mehr. Da kam er nach dreißig Jahren zum ersten Mal wieder auf die Idee Gott um Hilfe zu bitten. Er brauchte nicht lange zu warten. Eine Stimme kam aus dem Cockpitlautsprecher, die ihm genaue Anweisungen zum Landen gab. Er wusste nicht, wo er sich befand, außer, dass er weit außerhalb jeder besiedelten Gegend war. Da tauchte auf einmal inmitten der Schneewolken und der Wildnis aus zerklüfteten Bergen und verschneiten Sanddünen eine Landebahn auf. Er brachte das Flugzeug hinunter und rannte zur Flugaufsichtsbarracke um sich bei den Flug-lotsen zu bedanken.

„Vielen Dank für die Hilfe!“ sagte er zu den beiden Beamten, die fassungslos aus dem Fenster starrten. „Ihr habt mich da ganz professionell heruntergeholt! Wir hatten keinen Treibstoff mehr. Zehn Minuten später und wir wären wie ein Stein vom Himmel gefallen.“ Die beiden Offiziere sahen ihn sprachlos an.

„Wir haben sie da nicht heruntergebracht, Sir! Sie sind wie aus dem Nichts gekommen. Der Sturm hat sie förmlich ausgespuckt.“

Alfred entdeckte später in Mexiko ein Bild von Sai Baba, das fast völlig von Asche bedeckt war. Diese Asche hatte die Eigenschaft von selbst zu wachsen. Sie wurde unter den Anhängern als segenspendende Medizin verteilt. Sai Baba schien sie immer wieder aus dem Nichts zu materialisieren und über die Gemeinde seiner Zuhörer zu verstreuen. „Das war der Mann, der mich herunter geholt hat.“ Sagte Alfred. Als er in Indien dem Meister entgegentrat, bestätigte dieser, dass er es gewesen war.

Die beiden nächsten Geschichten wird kaum jemand glauben, der nicht etwas Ähnliches selbst schon erlebt oder es von zuverlässigen Zeugen gehört hat. Wichtig ist nur, die Botschaft dieses Buches nicht an der Glaubwürdigkeit einer jeden von diesen Geschichte zu messen. Die hier zitierten Geschichten sind noch zahm. Es gibt andere Erlebnisse, die noch verrückter sind.

 

 

 

 

 

Auf einer einsamen Insel

Die folgende Geschichte wurde mir von einem Bekannten erzählt, der ein kleiner filigraner Mann mit langen Haaren und mit einer leisen hauchigen Stimme war. Er besaß zu jener Zeit einen kleinen Laden für Gesundheitsprodukte und Massagen in Berlin, in der Nähe der Oranienburger Allee. Er war ein spirituell sehr ernsthafter Mann und keineswegs ein Aufschneider. So unwahrscheinlich die Geschichte auch klingen mochte, ich zweifelte keinen Moment daran, dass er die Wahrheit sagte.

„Ich flog auf eine Insel im Pazifik. Von dort ließ ich mich von Fischern auf eine weitere kleine unbewohnte Insel bringen. Ich sagte ihnen, dass sie in zwei Wochen wiederkommen sollten. Ich wollte die Zeit in Einsamkeit und Meditation verbringen. Als ich die Insel durchwandert hatte, musste ich zu meinem Erschrecken feststellen, dass es da kein Süßwasser gab. Wie sollte ich die zwei Wochen ohne Süßwasser auskommen? Ich entschloss mich noch einmal genauer hinzuschauen. Ich suchte die Insel ab und fand in der Tat viele große Baumblätter, die mit Regenwasser gefüllt waren. Ich trank von dem Wasser und schöpfte wieder Hoffnung. Da merkte ich, dass dieses Baumwasser eine unangenehme Nebenwirkung entfaltete. Mein Hals verengte sich. Mir fiel das Atmen immer schwerer. Ich merkte, dass mir der Atem bald ganz versagen würde. Ich war vollkommen auf mich selbst gestellt. Ich legte mich auf den Strand und versuchte mich zu beruhigen. Mein Atem wurde immer dünner. Schließlich hörte er ganz auf. Ich lag da und atmete nicht mehr. Es war nicht angenehm, aber auch nicht unangenehm, nur ungewohnt. Ich konnte in jeden Augenblick sterben, wenn ich in Panik geriet oder einschlief, das wusste ich. Aber so lange ich still dalag, würde mir nichts passieren. Für mich geschah ganz viel in dieser Nacht. Am Morgen fing mein Atem langsam an wieder zu fließen.“ Wie er den Rest der Zeit überlebte, vergaß ich zu fragen.

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