The Book of Portals

Großvater sagte einmal zu Michael, dass alle ihren Wünschen hinterher rennen. Aber wenn jemand die Goldene Kugel besäße, die alle Wünsche wahrmachte, würde er sich schon bald mitten in der Hölle befinden. Daher sei es eine Gnade Gottes, dass Wünsche nur selten wahr werden würden. Michael war noch zu klein, um ihn zu fragen, was er damit genau meinte.  Da er ein kleines abgegriffenes Buch hochhielt, als er das sagte, vermutete er, dass die goldene Kugel, die alle Wünsche erfüllen konnte sich  darin befinden müsse. Dieses Büchlein war eingeschlagen in schwarz-braunes Leder. Er trug es immer bei sich und las oft darin. Erst später sollte Michael erfahren, wie es zum ihm gekommen war. Diese Vermutung sollte sich als wahr erweisen. Aber die Warnung hatte er überhört.  Vermutlich hatte Großvater selbst seinen Kampf vorausahnt und gehofft, dass er von dem in den Abgrund  sausenden Wagen abspringen würde, bevor dieser sich in die Tiefe stürzte. Lange nach seinem Verschwinden erzählte seine Großmutter Michael von dem wahnsinnigen Moment in dem dieses Büchlein Großvater zugeflogen war.

Dieser Moment ereignete sich in den letzten Kriegstagen. Es gab in dem Viertel  eine bestimmte Fleischerei. Die Außenseite des Gebäudes war bis auf 90 Zentimeter Höhe mit grünen Kacheln gepflastert. Hier befanden sich mehrere Einschläge von Splittern.  Als sie einmal in seiner Jugend an diesem Laden vorbeikamen, fragte die Großmutter: „Siehst du diese Einschläge? Da wäre Großvater beinahe gestorben. Die Geschichte des Buches begann während des letzten britischen Bombardements. Diesmal warfen sie Luftmienen ab. Sie explodierten in der Luft bevor sie den Boden erreichten. Sie deckten die Dächer der Gebäude ab. Danach kamen die Brandbomben. Die Mienen töteten alle Leute, die auf der Straße waren. Dein Großvater stand kurz vor dem Gebäude als das Pfeifen der Luftmienen begann. Er schaute nach rechts, wo ein Ehepaar stand. In diesem Moment fingen sie  an in diese Richtung zu laufen, zum Laden. Aber sie waren zu weit weg.  Großvater erreichte den Laden gerade als die Luftmienen einschlugen. Er stürzte sich in den offenen Eingang. Ein Luftzug traf hin von hinten und schob ihn weiter hinein. Die Zeit veränderte sich, wie er sagte. Er lag waagerecht in der Luft, etwa eineinhalb Meter hoch. Splitter sausten um ihn herum während die Druckwelle ihn unaufhaltsam in den Korridor schob. Das kleine Buch, das er später immer mit sich herumtrug, wurde ihm vor die Nase geweht. Es kam wohl von einem Mann, der kurz links vor dem Laden auftauchte und dann wieder verschwand. Großvater hörte wie die Splitter links und rechts einschlugen und auch die beiden traf. Als der Luftdruck  gerade noch rechtzeitig in den Korridor schob, griff Großvater nach dem Buch und flog durch den Flur, bis er auf der Hinterseite des Hauses wieder auf den Boden fiel. Er blieb unverletzt. Gleich sprang er auf und lief in die Fleischerei zurück. Alle Leute aus dem Laden waren in den Luftschutzkellern untergetaucht. Es gab weitere Erschütterung und Splitter, die an die Hauswand schlugen. Mein Großvater hockte sich auf den Boden und schlug das Buch auf. „Die innere Kreise des Herzens, Eine Kartographie der inneren Welten“.   Großvater war überrascht. Was für ein Buch war ihm da zugeweht? Nach den Bomben wagte er wieder hinaus. Es war seine Aufgabe, während der Angriffe nach Bränden Ausschau zu halten und sie der Feuerwehr zu melden. Er blickte dorthin wo kurz zuvor das Ehepaar gewesen war. Da waren nur noch blutige Fetzen am Boden von ihnen übriggeblieben. Die andere Sache, die er entsetzt entdecken musste, lag hinter den Toten, als er seinen Blick in die Höhe hob. Seine große stolze gotische Marienkirche stand in Flammen. Überall lagen Tote. Viele Häuser brannten. Die Mördermaschinerie der Briten hatte noch einmal voll zugeschlagen. Wenn der Krieg erst zu Ende war, würde sie nicht mehr so leichte Ziele finden. Großvater ging weinend zur Feuerwehrwache. Die konnten die Kirche nicht retten. Das Feuer breitete sich im Dachstuhl aus, wie es die RAF geplant hatte. Diese Höhe war für die Feuerwehr unerreichbar. Auch war die Rettung von Kirchen nicht wo wertig wie die Bewahrung von Wohnraum. Nachdem Georg,  sein Großvater, nach Hause gekommen war und eine ruhige Minute gefunden hatte, schlug er das kleine Buch wieder auf. Bald merkte er, dass er hier Trost in einer anderen Welt fand.

 

Die Kirche stand noch fast zwanzig Jahre mit dem ausgebrannten Schiff und dem intakten Turm in Wismar, bis die Kommunisten das Kirchenschiff sprengten. Georg war noch immer Pfarrer Dieser Kirche, aber an jenem Tag nicht anwesend. So ging das zum großen Teil intakte gotische Meisterwerk verloren. Nur den Turm konnte das Regime nicht sprengen, weil der als Seezeichen geschützt war. Georg ging nach der Sprengung auf den Platz, wo das große Schiff der Marienkirche gestanden hatte. Hier lag nur noch Schutt. Er hatte hier in Deutschland schöne, aber auch viele tragische Jahre erlebt. Er war 1936 aus Österreicher nach Deutschland gekommen, weil seine Frau in der Nähe ihrer Eltern leben wollte. Er hatte das Nazi-Regime erlebt, die Besetzung der Russen und später den Kommunismus. Aber er hatte auch Verbündete, die mit den politischen Gewalten nichts zu tun hatten. Wenn sie kamen, musste er das Zimmer verlassen. Es war immer fast still. Das Reden, das er hörte, war verhalten, fast flüsternd. Ging es um das Buch? Ja, das kleine Buch war immer dabei, Georg hatte in einer Ledertasche, die an seinem Gürtel hing. Er trug Gürtel in einer Zeit als die anderen nur Hosenträger trugen, vielleert wegen des Buches?

Michael erinnere sich noch als er ihn das letzte Mal sah. Er winkte ihm beim Abschied. Kurz darauf verschwand er spurlos. Die Polizei durchsuchte danach das Haus aus einem vorgeschobenen Grund. Die Großmutter war wie betäubt und verwirrt. Sie brauchte Monate um sich von diesem Schock zu erholen. Später, wenn sie das traditionelle Gebet beim gemeinsamen Essen sprach, fing sie an zu weinen. Erst langsam gewöhnte sie sich an dies neue Leben allein. Das kleine Buch verschwand aus seiner Erinnerung. Erst viele Jahr später wurde er wieder daran erinnert.

Es war im Sommer 1996. Michael lebte mit einigen Freunden auf einem Landhause. Das Haus war nicht gerade dreckig, aber sauber war es auch nicht.

Er saß am meinem kleinen Schreibtisch und schaute aus dem Fenster und sah sie wieder. Es war diese wunderbare junge Frau, die ihn verrückt machte. Scheinbar blies der Wind zuerst durch ihre Haare und dann durch das offene Fenster und er spürte den Duft von Blumen und Liebe durch das Haus wehen. Er hatte die Freiheit hier auf dem Lande geliebt, seitdem er hergezogen war. Aber alles änderte sich, als an einem Sonntag ein weißer verrosteter Mercedes vor dem Haus hielt und ein junger Mann mit einem Chicago Hut ihm ein Päckchen gab. „Das ist von deinem Großvater, ein Geschenk das der in Gefahr bringen kann. Wie meinen Onkel. Am besten wirf es gleich weg. Wenn du es öffnest, wird nichts mehr so sein wie vorher. Und wie du weißt kann man die Zeit nicht zurückdrehen. Also viel Glück!“ Er nickte ihm zu, tippte in Wild West Manier an seine Hutkrempe und fuhr fort. . Das Papier wird alt und fest. Er setzte sich in den morgentlichen Garten und riss das Päckchen auf. Es enthielt einen Brief und zwei Bücher. Der Brief war an ihn gerichtet. Er öffnete ihn und las: „Lieber Paul! Dein Großvater hat mir sein Tagebuch und das Buch der Pforten kurz vor seiner Flucht anvertraut, um es einmal dir zu geben. Er sagte, es wäre besser, wenn du es nicht lesen würdest, aber wenn das Schicksal es will, dann muss dies Wissen weitergegeben werden. Er habe die Bücher nicht geöffnet, aber treu für der bewahrt. Er wünsche dir viel Kraft, um mit dem Wissen um die Geheimnisse der Welt umzugehen. Karl.“

Daneben lag ein weiterer Brief. Er war neueren Datums. „ Lieber Herr… Dieses Bücher und den Brief fand er im Haus meines Großonkels nach dessen Tod. Er brauchte einige Zeit, um festzustellen, wie wichtig diese Botschaft für den Bruder meines Großvaters war. Vielleicht hat sie ihn auch in die Verrücktheit getrieben. Wer weiß. Anstatt die Bücher für sie aufzubewahren, hat er sie selbst gelesen. Er will seine Geschichte hier nicht teilen, und er hoffe, dass Sie mehr Glück haben, als er.“ Er faltete die Blätter verwirrt zusammen. Draußen kam Clara über die Wiese des Gartens. Ihre braunen Haare glitzerten matt in der Sonne. „Was ist, Michael? Hast du ein Paket bekommen?“ Er nickte. „Ja, von meinem Großvater. Er muss es wohl aufschlagen, obwohl sie mir raten, es nicht zu machen.“ „Ich hoffe du nimmst mich mit.“ Sagte sie und lächelte ihn an. Er war schon lange in sie verliebt, aber sie war leider die Freundin meines Freundes.

Sein Großvater schrieb in seinem Tagebuch: „Als ich das Buch aufschlug, machte es große Versprechungen. Ich glaubte den Worten aber nicht. Dies war sicher nur ein magischer Text, der viel versprach und nichts hielt, dachte ich zu Anfang. Auch war er als evangelischer Pastor nicht an Magie interessiert. Was der Text jedoch versprach, ging über Magie hinaus. Er versprach einen Pfad, der bis ins Herz von Gott selbst führen sollte. Er versprach auch eine Karte zur Erfüllung aller Wünsche der Welt zu sein. Also eine Karte der Seele. Eine Karte der anderen Welt. Diese Karte versprach der Text, sei mit einer Reihe von geheimen Gottesnamen für jeden offen, der dieses Buch besaß. Er brauchte keine spirituelle Qualifikation dafür. Der Grad seiner Reinheit würde jedoch über sein weiteres Schicksal entscheiden. Wer egoistisch sei, würde durch diese geheimen Pforten hindurchschreiten und durch Wunscherfüllung sehr schnell ein Sklave seiner Begierden werden. Wer reines Herzens sei, würde einen steilen, schmalen Pfad zu Gott finden und könnte schon hier auf Erden im Himmel leben. Er entschied mich diesem Pfad zu folgen.“ Michael war sprachlos. Seine Erinnerung an Großvater war in der Tag eigenartig. Er blickte auch und sah ein Schwarm von rosafarbenen Möwen in niedriger Höhe über die Wiese fliegen. Clara kam mit einem dünnen Gewand zurück auf die Wiese. Sie breitete eine Isomatte zwischen dem hohen Gras aus, entkleidete sich und legte sich in die Sonne. Das war in ihrer kleinen Hippi-Gemeinschaft normal, obwohl diese Freizügigkeit auch für ein Durcheinander sorgte.

Er las weiter: „Das Buch der Pforten hielt was es versprach. Ich ging durch die Pforten durch und fand Pfade des Lichts, die steil bergan führten. Die Kirche lehrt nicht mehrere Leben und daher glaube ich nicht daran. Aber eines weiß ich gewiss. Ohne dieses Buch, das mir bei jenem tragischen RAF-Angriff zugeflogen ist, wäre ich heute nicht da wo er bin.“ Michael schlug das Buch seines Großvaters zu.

Clara schaute zu ihm herüber. „Na, hast du das Buch schon aufgeschlagen?“ rief sie. Sie reckte ihren nackten Oberkörper nach oben. „Er schlage es gerade auf!, Lass mich sehen!“ rief er zurück. Sie strich ihre langen braunen Haare zurück und lächelte. Warum war sie bloß die Freundin von Johannes und nicht die seine, dachte er.

Er schlug das kleine Buch auf und las: „Wenn du durch die erste Pforte gehst, dann wirst du deine Schatten erwecken. Wenn du Angst hast, werden diese dich vernichten. Wenn du durch sie hindurchgehst, werden sie dir dienen. Erst wenn du sie besiegt hast, kannst du durch die nächste Pforte gehen.“ Die nächste Seite zeigte ein Sigil und die Anrufung eines Engels. Er rief den Engel, von dem er noch nie gehört hatte bereitwillig an und starrte durch das Sigil hindurch in eine unendliche Ferne, wie befohlen. Nach der Anrufung stand er auf und schaute auf die Wiese. Clara rekelte sich noch in der Sonne. In der Ferne wogten die Wälder, aber sie waren viel dunkler als zuvor. Clara stöhnte leise vor sich hin, wer wusste schon warum. Es war alles dabei sich in einen Alptraum zu verwandeln. Der Boden war nicht mehr absolut still. Wellen von Bewegung rollten über ihn hinweg.

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Last RAF Air-Raid in Wismar

During the Last RAF-bombing raid of Wismar were thrown a lot of air minds. My grandfather, the pastor of St. Mary´s church was blown into a butcher´s shop by the airwave.

I still can remember the holes of the shrapnel on the ceramic tiles outside the shop my grandmother showed me. My grandpa was blown through the whole doorway until the other side of the building. He survived but the people outside the shop were put into pieces. During his flight through the building we saw a little book flying before him. After he had landed in the backyard of the shop, Grandpa was looking for this book. And he found it between stones and pieces of glass. It was the most strange book one can imagine. It was a book of portals into the inner world.

Fear and joy, Angst und Freude

In order to overcome our fear, we have to see things differently. In order to be able to, we need two things: Our own ability to let go judgements and the inner voice of Truth, which can heal our perception. “Please take this from me, I don´t need it anymore!” “I rather want to be happy instead of being right, because I can not have both!”

Wenn wir Angst überwinden wollen, müssen wir die Dinge anders sehen. Im dies zu können, müssen wir zu zwei Dingen bereit sein: Unsere eigene Fähigkeit Urteile loszulassen und die innere Stimme der Wahrheit, welche unsere Wahrnehmung heilen kann. Wie es der Kurs in Wundern sagt: “Bitte nimm dies von mir, ich brauche dies nicht mehr!” “Ich möchte liebe glücklich sein, als Recht zu haben, denn ich kann nicht beides haben!”

Die Angst

Angst und Panik

“Die Angst, die es uns im Leben so schwer macht, entspringt nicht nur unserem biologisch-genetischen Substrat (ein pharmazeutisches Modell), nicht nur unserem Kampf mit unterdrückten instinktiven Trieben (ein Freudscher Standpunkt), nicht nur wichtigen, von uns verinnerlichten Erwachsenen, die vielleicht nicht mitfühlend, nicht liebevoll oder neurotisch waren (eine objektbezogene Position), nicht nur gestörten Denkformen (eine Position der kognitiven Therapie), nicht nur Scherben vergessener traumatischer Erinnerungen oder aktueller Lebenskrisen, die die Karriere und die Beziehung zu bedeutsamen Mitmenschen involvieren, sondern auch der Konfrontation mit unserer Existenz.” (aus In die Sonne schauen von Irvin D. Yalom).
Es bedarf also auch eine Konzentration auf das Hier und Jetzt, eine gesteigerte Sensibilität für existentielle Fragen: 
Die allgegenwärtige Angst vor dem Tod,
 der Sinn des eigenen Lebens, die Freiheit (d.h. Übernahme für Verantwortung, wie man sein Leben lebt – der eigene Wille), existentielle Isolation (will heissen: Man ist schlussendlich immer allein und versteht seinen Mitmenschen nie ganz).

Angst und Depression

Angst vor dem Kommenden, vor der Zukunft – und Niedergeschlagenheit angesichts des Gewesenen, vor der Vergangenheit: Die Angst und Depression sind zwei Seiten derselben Medaille, ängstliche Menschen sind nicht selten auch depressiv und umgekehrt. Im Persönlichkeitsmodell der “Big Five” sind Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit zwei Facetten ein und derselben Grundeigenschaft, des “Neurotizismus”, der emotionalen Labilität. Besonders frappant ist die Verkoppelung bei der “generalisierten Angststörung”, bei der sich die Angst verselbständigt hat und frei von Auslösern kommt und geht, wie sie will.
Meist kommt erst die Angst im Leben, und wenn sie nicht vergehen will, gesellt sich in späteren Jahren die Depression hinzu.
Auch Studien haben nun ergeben, dass Menschen während einer Depression ihr Denken auf die Vergangenheit fokussieren. Haben Menschen hingegen Angst, so gehen ihnen vor allem zukünftige Ereignisse durch den Sinn, die sie als Bedrohung empfinden. Vergangene Dramen stimmen also eher depressiv, künftige ängstlich! (A.Pomeranz, P.Rose: Is depression the past tense of anxiety? Int Journal of Psych, DOI: 10.1002/ijop.12050).
Therapeutische Folgerungen zeigen zeitlich in die Mitte: Das achtsame Fokussieren auf die Gegenwart, auf das, was gerade in diesem Moment, im Hier und Jetzt geschieht, hilft sowohl gegen Angst als auch gegen die Depression!  Die verschiedensten Meditationsformensind dazu häufig ein wirksames Instrument!

Soziale Phobie

In der Bevölkerung sind Angststörungen weit verbreitet. Grosse Studien zeigen, dass jede vierte befragte Person in ihrem Leben schon an einer Angststörung litt.
Hier ist Achtsamkeint angebracht, um nicht dem “Disease Mongering”, meint: Problem- und Mengenausweitung zu unterliegen. Krankheiten werden ins Gespräch gebracht und dann “verkauft”… Von der Pharmaindustrie in letzter Zeit massiv betrieben – so auch bei der “Sozialen Phobie”! Dasselbe gilt auch beim ADHS, der Glatze, Schüchternheit, Restless-Legs-Syndrom und der Impotenz…
Bereits ein simpler Namenswechsel von der altbekannten “Schüchternheit” zur “Sozialen Phobie” hat weitreichende Folgen für die Einschätzung der “Krankheit”! So glaubten Teilnehmer einer Studie (M.E. Young et al.: The role of medical language in changing public perception of illness. PLoS ONE, 3/12, 2008, e3875) nicht nur, dass etwa “Hyperhidrosis” oder “Androgenetische Alopezie” sehr viel ernster zu nehmende Krankheiten seien, als ihre alltäglichen Namenvettern, sondern sie befürchteten obendrein, dass die mit medizinischen Fachausdrücken beschriebene Wehwehchen auch noch besonders selten sind. Ältere, bereits etablierte medizinische Fachbegriffe hatten diesen Effekt allerdings nicht (hier also “übermässiges Schwitzen” oder “männlicher, genetischer Haarausfall”).

Neuerdings hat sich also die Soziale Phobie als häufigste Angststörung entpuppt. Hauptsächlich das Sprechen in der Öffentlichkeit oder vor einer Gruppe fällt den Betroffenen extrem schwer, da sie eine Riesenangst vor den kritischen Blicken und dem vermeintlich vernichtenden Urteil ihrer Zuhörer haben. Auch die Kontaktaufnahme für Gespräche mit anderen Personen ist schwer beeinträchtigt, weil Patienten mit Sozialer Phobie befürchten, Dummheiten zu sagen und sich lächerlich zu machen. Es handelt sich um ein stilles Leiden, auf das sich nicht selten noch eine Depression aufpfropft. Es ist wichtig zu wissen, dass Betroffene der “wahren” Sozialen Phobie vermehrt Suizidgedanken haben und gehäuft Suizidversuche unternehmen.

Die Soziale Phobie kann mit zentralen Beziehungskonflikten des Menschen zusammenhängen. Dieser Beziehungskonflikt hat drei Komponenten:
Die erste ist der Wunsch, “Ich möchte mich zeigen und Bestätigung bekommen.” Dieser Wunsch, sich vor anderen zu bewähren, ist den Betreffenden meist gar nicht bewusst, weil in diesen Situationen die Angst dominiert.
Der Wunscherfüllung steht eine bestimmte Erwartung – die zweite Komponente – entgegen: “Die anderen werden schlecht von mir denken.”. Daher rührt die Vermeidung, die dritte Komponente.
In der Therapie geht es deshalb zentral darum, den verschütteten Wunsch nach sozialer Bestätigung wieder bewusst zu machen und ihn in einen Zusammenhang mit der sozialen Angst zu bringen.

Generalisierte Angststörung (GAD)

Das Generalisierte Angstsyndrom (monatelang ununterbrochen anhaltende Angst und unnötige Sorgen) kommt einher mit eigentlichen Panikattacken, d.h. abgegrenzte, plötzliche Perioden mit Ängstlichkeit oder Furcht (ohne klare Ursache oder Phobie) mit diversen körperlichen Symptomen während der Attacken: Atemnot, Herzklopfen oder -rasen, Schmerzen oder Unwohlsein in der Brust, Erstickungs- oder Beklemmungsgefühlen; Übelkeit, Durchfall, Reizdarm; Benommenheit, Schwindel oder Gefühl der Unsicherheit oder der Unwirklichkeit, Kribbeln in Händen oder Füssen, Hitze- und Kältewellen, Schwitzen, Schwäche, Zittern oder Beben, Furcht zu sterben, verrückt zu werden oder während einer Attacke etwas Unkontrolliertes zu tun.
Gemäss DSM-IV bzw. -V handelt es sich bei der GAD um eine übermässige Angst und Sorge (bezüglich mehrere Ereignisse oder Tätigkeiten), die während mindestens sechs Monaten an der Mehrzahl der Tage auftraten. Die Person kann die Sorgen nur schwer kontrollieren. Mindestens drei der folgenden Symptome kommen hinzu:
1. Ruhelosigkeit
2. Leichte Ermüdbarkeit
3. Konzentrationsschwäche oder Leere im Kopf
4. Reizbarkeit
5. Muskelspannungen
6. Schlafstörungen

Obwohl sie die Angst im Namen trägt, zeigt sich die GAD meist nicht primär mit diesem Symptom! Körperliche Symptome, Schmerz, Schlafstörungen und Depression (in 90% bei der GAD auch vorhanden!) zeigen sich prominenter und zuerst! Deshalb wird die GAD in der Hausarztpraxis zu selten erkannt.

Angst als Teenagerproblem

Angststörungen haben Depressionen in den USA als häufigstes Teenager-Problem überholt. Was, wenn man es positiv sieht, auch damit zu tun haben  könnte, dass Teenager Hilfe suchen, wenn sie Angst haben. Diese  beruhigende Erklärung ist aber zu einfach, meinen Schulpsychologen: Wahrscheinlich liegt der Anstieg wirklich daran, dass mehr Teenager ernsthaft überfordert sind. “Es gibt nie den Punkt, an dem sie sagen können: Jetzt habe ich genug getan, jetzt kann ich aufhören”, sagt Suniya Luthar, Psychologie-Professor an der Arizona State University.
Gleichzeitig wird Angst als Krankheit immer noch stärker unterschätzt als Depression, weil Angst – nun, normal und nachvollziehbar scheint. Es gibt wahrlich genug Gründe, aus denen Menschen sich fürchten können, und die Grenze zur Störung ist manchmal nur hauchdünn. Wenn man Glück hat und wie Jake in einer privilegierten Umgebung aufwächst, landet man als Angstpatient in einer behutsam geführten Institution mit Maltherapie und Achtsamkeitsübungen. Angstgeschüttelte Teenager aus schwächeren Schichten müssen einfach klarkommen oder sind Lehrern sogar willkommen, weil sie als schüchtern gelten und weniger Ärger machen.
Smartphones und Social Media sind weitere Faktoren, die Ängste schüren. Smartphones geben eine Illusion von Kontrolle, aber  Facebook, Instagram etc sind das perfekte Medium, um sich ständig mit anderen zu vergleichen.

Phobien

Weitere häufige Angststörungen sind die einfachen Phobien (z.B. Furcht vor Sessel- oder Seilbahn, vor Tieren, vor dem Anblick von Blut), die Agoraphobie (Furcht vor Menschenmengen), etc..

Jede zehnte Person, die sich an den Hausarzt wendet, schlägt sich mit einer Angststörung herum. Doch nur zur Hälfte wird die Angstkrankheit vom Arzt auch wirklich erkannt, da die Patienten selten von sich aus über ihre Angstgefühle sprechen, sondern in der Regel über körperliche Symptome berichten. Doch bereits mit vier einfachen Screening-Fragen kann der Hausarzt einer Angststörung auf die Spur kommen:

Fühlten Sie sich in letzter Zeit angespannt, nervös, angetrieben?1 Punkte
Machten Sie sich viel unnötige Sorgen oder ängstigten Sie sich sehr?1 Punkte
Waren Sie in letzter Zeit sehr reizbar?1 Punkte
Hatten Sie starke Mühe, sich zu entspannen?1 Punkte
Falls mindestens 2 dieser Fragen bejaht werden, können noch weitere 5 Screening-Fragen beantwortet werden:
Haben Sie in letzter Zeit sehr schlecht geschlafen?1 Punkte
Hatten Sie regelmässig Kopf- oder Nackenschmerzen?1 Punkte
Hatten Sie regelmässig folgende Beschwerden: Zittern, Kribbelgefühle, Schwindelgefühle, Schwitzen, häufiges Wasserlassen, Durchfall?1 Punkte
Haben Sie sich unnötige starke Sorgen um Ihre Gesundheit gemacht?1 Punkte
Hatten Sie starke Mühe mit Einschlafen?1 Punkte
Total Punkte: (Für jede der insgesamt 9 Fragen wird 1 Punkt gezählt).
Beträgt das Total 6, so kann bereits zur Hälfte eine Angststörung vorliegen. Mehr als 6 Punkte vergrössern diese Wahrscheinlichkeit.

Therapie

Angst ist primär ein lebenswichtiges Gefühl. Dies vor allem immer dann, wenn sie reale Gefahren anzeigt. Manchmal trauen sich die Menschen nicht, die reale Gefahr zu sehen, z.B. vor einer Trennung, einem Tod, einem atomaren Unfall. Man kann versuchen, Angst nicht mit allen “Huchs” und “Achs” zu zelebrieren, sondern auf etwas zu beziehen, um in ihrer Bedeutung erkannt zu sein. Angst kann immer auch als Impuls zum Nachdenken, zum Suchen genutzt werden.
Also nicht gegen die Angst etwas tun, sondern aus ihr etwas machen: Um die Angst herumgehen, sie von allen Seiten angucken, ihr zuhören.

Gesprächstherapie z.B. wäre also eine Begleitung zu aktiverem, bewussterem Leben.

Die Verhaltenstherapie: “Hören Sie auf, sich die Szene vorzustellen – und entspannen Sie sich!” (Joseph Wolpe. 1915-97). Hintergrund: Wer entspannt ist, kann nicht zugleich Angst empfinden – d.h., Menschen können nicht zwei entgegengesetzte Gefühle gleichzeitig fühlen. Also: Wer Tiefenentspannung als konditionierte Reaktion auf ein gefürchtetes Objekt erlernt hat, kann nicht zur selben Zeit Angst empfinden!

Ein Therapeut mit Wissen von den “Existentiellen, Letzten Fragen” des Lebens greift die Angst vor dem Tod, die Freiheit zur Verantwortung und die Isolation im Leben direkt auf. Wenn man aber auf die Sinnlosigkeit trifft, kann der Therapeut dem Patienten dabei helfen, “von der Frage wegzuschauen”: Lösungen für das Engagement zu suchen, statt in das Problem der Sinnlosigkeit einzutauchen und durch dieses hindurchzuschwimmen. Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist, wie Buddha uns gelehrt hat, nicht erbaulich. Besser wäre es, in den Fluss des Lebens einzutauchen und die Frage davonschwimmen lassen. (Lesen Sie dazu das fantastische  Buch “Existentielle Psychotherapie” von Irvin D. Yalom)

Dann kann man noch weitere Dinge beachten:

  • Zur Therapie der Sozialen Phobie siehe weiter oben >>>
  • Es existieren auch organische Krankheiten, die eine Angstsymptomatik zur Folge haben:

    Organische Angstursachen

    Gemäss einer Untersuchung (Arch Intern Med, März 97) litten über die Hälfte der Patienten mit der Diagnose “Panikattacke” unter einer Herzrhythmusstörung mit schnellem Puls, der sog. paroxysmalen supraventrikulären Tachykardie, die während Jahren nicht erkannt worden war!
    Dann kann das Ganze natürlich auch durch Einnahme von Drogen oder auch von Arzneimitteln verursacht sein!

  • Kaffee und Koffein in jeglicher Form ist eine der Drogen, die am stärksten empfindlich auf Ängste macht. Mit Angststörungen sollte man Kaffee meiden!
  • Anregung des Speichelflusses kann eine Panikattacke beenden. Mit Einsetzen einer vermehrten Salivation (z.B. mit Zitronensaft, sauren Bonbons, Kaugummi,…) wird der X. Hirnnerv, der N. Vagus angeregt. Der Vagus ist der “Herrscher” des parasympathischen Teils des vegetativen Nervensystems. Dadurch wird der sympathische Systemteil gehemmt und damit die Panikattacke, die diesem Teil zugehörig ist, leichter.
  • Rennen hilft sehr gut gegen krankhafte Panik, “Wegrennen” oder Flüchten quasi: d.h. im Anfall sofort losrennen (und damit der Angst und dem schnellen Puls einen “Grund” geben) und auch zwischendurch viel Lauftraining.
  • Schaukeln hilft: ein bis zwei Stunden täglich im Schaukelstuhl verbringen, beruhigt ungemein (wie der Säugling in den Mutterarmen)!
  • Schafft man es durch ein gewisses mentales Training, während der Attacke positive Tagträume zu initiieren, kann man sich manchmal frühzeitig aus diesem Anfall “ausklinken”.
  • Auch Kava-Kava-Extrakt (Pfefferartige Pflanze aus dem Pazifik) ist zur Behandlung generalisierter und diffuser Angstzustände mit körperlicher und vegetativer Symptomatik geeignet. Organische Ursachen oder endogene Depressionen sollten dabei ausgeschlossen sein. Als Stufenschema kann Kava-Kava im Anschluss an ev. primär gegebenen Benzodiazepinen genommen werden (nie in der Schwangerschaft). Im Gegensatz zu den Benzodiazepinen weisen Kava-Kava-Extrakte kein Suchtpotential auf, besitzen jedoch vergleichenden Studien zufolge eine ähnlich hohe Wirksamkeit. Eine Sedierung tritt ebenfalls nicht auf. Autofahren oder Arbeiten an Maschinen sind ungestört möglich.
  • “Problem Solving Treatment” ist eine Kurzform einer kognitiven Therapie. Sie fokussiert auf dem Hier und Jetzt und hilft Patienten ihre eigenen Fertigkeiten und Ressourcen besser zu nutzen. Es wird ihnen erklärt, dass ihre Beschwerden mit psychosozialen Problemen zusammenhängen. Gelingt es diese Probleme zu lösen, könnten sich ihre Symptome bessern. Problem Solving erfolgt in folgenden Schritten:  Klärung und Definition des Problems, Wahl erreichbarer Ziele, Lösungsoptionen generieren, Wahl bevorzugter Lösungen, Implementierung bevorzugter Lösungen, Evaluation. Wirksamkeitsstudie hier>>>
  • Achtsamkeitstraining, z.B. die Mindfulness-Based-CognitiveTherapy (MBCT) kann den Betroffenen einen Weg weisen, ihren Ängsten und depressiven Episoden entgegenzutreten, sich selbst aus den düsteren Gedankenzirkeln zu befreien und vor Rückfällen zu schützen. Achtsamkeit hilft, statt im Tun-Modus, im Sein-Modus offen zu sein für die Erfahrung im jeweiligen Augenblick, ohne sie verändern zu wollen. Literatur dazu: Petra Meibert: Der Weg aus dem Grübelkarussel. Achtsamkeitstraining bei Depression, Ängsten und negativen Selbstgesprächen. Das MBCT-Buch. Kösel, 2014.
    Siehe dazu auch die zeitliche Zusammenhang zwischen Depression und Angst – und der Ausweg über die “Mitte”, über das “Hier und Jetzt”!
  • Nachrichten sehen (TV, Internet oder Zeitschriften) kann Ängste fördern!
    Eine Fitnessstudio-Kette in den USA lässt nicht zu, dass die Menschen beim Sport auf ihren Bildschirmen Nachrichten sehen. Das vertrage sich nicht mit der “Health Philosophy” des Unternehmens. Dahinter steckt also die Annahme, dass es ungesund ist, Nachrichten zu sehen.
    Ob das wirklich stimmt, ist aus wissenschaftlicher Sicht noch unklar. Immerhin scheint erwiesen, dass Journalisten, die sich bei ihrer Arbeit regelmässig mit extremer Gewalt beschäftigen, öfter unter Problemen wie Angststörungen und Depressionen leiden. Gleichzeitig gilt aber auch, dass das häufige Betrachten solcher Bilder Menschen desensibilisiert. Inwiefern Nicht-Journalisten dieses Problem haben, ist wissenschaftlich aber noch nicht geklärt. Ein wichtiger Aspekt ist aber, dass die meisten Studien dazu vor Trumps Amtsantritt gemacht worden. Die Nachrichten sind seitdem deutlich stressiger geworden…
  • Ernährung:
    Eine grosse Studie scheint hier sehr interessant. Sie liefert zwar auch keine endgültigen Beweise, scheint aber Hinweise zu liefern, dass Menschen, die weniger Kohlenhydrate und mehr Obst essen, weniger unter Ängsten und Depressionen leiden. Was den Forschern ein neues Rätsel aufgibt, weil Kohlenhydrate die Produktion von Serotonin fördern (einer der Gründe dafür, warum Schokolade glücklich macht). Klar scheint immerhin, dass es überhaupt einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Stimmung gibt.

Interessante Literatur zum Thema:

  • David Servan-Schreiber: Die neue Medizin der Emotionen: Stress, Angst, Depression: Gesund werden ohne Medikamente, 2003, Goldmann.
  • Panikattacken – Angst ohne Grund? Ursachen, Therapie, Praktische Hilfe zur Selbsthilfe, Christine Barsch/Inga-Maria Richberg, Mosaik-Verlag, 1996
  • Ängste verstehen und hinter sich lassen. Wie Sie belastende Ängste und Depressionen aufgeben, eigene Stärken entdecken und endlich Ihr Leben leben. Cornelia Dehner-Rau, Harald Rau, Trias, Stuttgart 2007 – sehr gelungen und alltagstauglich! Botschaft: Die Befreiung aus dem “inneren Gefängnis” ist realisierbar!
  • Da ein “depressiver Zustand” sehr viel Nähe zu Ängsten hat, lesen Sie auch: www.dr-walser.ch/depression/

Die allgegenwärtige Angst vor dem Tod

Die Angst vor dem Tod ist meiner Meinung nach allgegenwärtig, fest in uns verankert, prägt den innersten Kern unseres Seins. Sie spielt eine wesentlich grössere Rolle in unserer Psyche als gemeinhin angenommen wird. Ich glaube, dies ist unmöglich ganz auszumerzen. Dennoch können Therapeuten eine grosse Hilfe für Patienten mit übermässiger Todesfurcht sein. Wir können zwei Dinge tun: die Angst vor dem Tod lindern und die Erfahrung, sich des Todes bewusst zu werden als Weckruf nutzen, um auf mannigfaltige Weise persönliches Wachstum zu fördern. Ich werde mich hier kurz auf einige der wichtigsten Ideen konzentrieren, mit denen wir die Angst vor dem Tod vielleicht durch die Macht von Gedanken mildern können.

Das Symmetrie-Argument 
Dafür stehen uns Therapeuten viele Argumente zur Verfügung, manche von ihnen sind seit über zwei Jahrtausenden Teil des Kanons der abendländischen Zivilisation. Epikur (341- 270 v. Chr.), einer unserer grossen Vorfahren im Geiste, entwickelte eine Reihe davon. Betrachten wir nur eines, das besonders überzeugend ist: Das »Symmetrie-Argument« in dem darauf hingewiesen wird, dass wir uns nach dem Tod im selben Zustand befinden wie vor unserer Geburt. Viele haben diesen Gedanken im Lauf der Jahrhunderte weiter ausformuliert. Keiner aber schöner als Vladimir Nabokov, der russische Romancier, der in seinen Memoiren schreibt, das Leben sei nur ein kurzer Lichtfunke zwischen zwei Ewigkeiten aus Dunkelheit. Diese beiden Ewigkeiten sind identisch und doch betrachten wir sie seltsamerweise ganz unterschiedlich: Voller Angst und Zittern beschäftigen wir uns mit der zweiten Dunkelheit und schenken der freundlicheren, vielleicht sogar tröstlichen ersten Dunkelheit kaum Beachtung.

Ungelebtes Leben und die Angst vor dem Tod 
Wenn ich mit Patienten arbeite, die grosse Angst vor dem Tod haben, stelle ich oft schon am Beginn der Therapie folgende Frage: »Können Sie mir sagen, was genau Sie am Tod am meisten ängstigt?«
Die Antworten sind sehr unterschiedlich und eröffnen häufig neue therapeutische Wege. Zum Beispiel hört man oft: »All die Dinge, die ich nicht getan habe.« Falls man dieser Entgegnung auf den Grund geht, ergibt sich ein für den Therapeuten sehr aufschlussreicher Gedanke: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Ausmass der Angst vor dem Tod und dem Ausmass, in dem man sich selbst verwirklicht hat. Je mehr Leben das Individuum bei sich selbst für ungelebt hält, desto grösser ist die Furcht vor dem Tod. Daher kann die Linderung dieser Furcht oft darin bestehen, dass der Therapeut dem Patienten hilft, sich zu verwirklichen. »Werde, der du bist«, sagte Nietzsche (und bezeichnete dies als einen seiner »granitenen Sätze«). Ich empfehle, den Gedanken therapeutisch zu nutzen.

Wellen schlagen 
Wellen schlagen ist das Phänomen, konzentrische Wirkungskreise zu erzeugen, die andere über Jahre, Generationen, unendlich lange beeinflussen können. Ohne bewusste Absicht oder Kenntnis hinterlassen wir etwas von unserer Lebenserfahrung, irgendein Merkmal, eine Spur von Weisheit, eine gute Tat, Anleitung, Trost, etwas, das sich auf andere überträgt, so wie die von einem in den Teich geworfenen Kiesel verursachten Wellen sich ausbreiten, bis sie nicht mehr sichtbar und trotzdem auf einer Nano- Ebene noch wirksam sind. Die Vorstellung, etwas von uns zu vermitteln, auch ohne unser Wissen, ist eine Antwort an diejenigen, die behaupten, unsere eigene Endlichkeit bedeute unweigerlich Sinnlosigkeit und Schrecken. Natürlich meine ich nicht, dass unsere persönliche Identität erhalten bleibt. Der Wunsch danach, so stark er auch sein mag, ist vergeblich: Vergänglichkeit ist ewig. Therapeuten und andere Menschen in helfenden Berufen sind sich des Wellenschlagens oft besonders bewusst, wenn sie feststellen, dass sie nicht nur ihren Patienten helfen, sich zu verändern und zu wachsen, sondern damit auch eine Kettenreaktion von diesen Patienten zu anderen in Gang setzen – zu Kindern, Ehepartnern, Schülern und Freunden.
(aus dem “Panamahut” von Irvin D. Yalom)

Todesangst bestimmt unsere Kultur

Was lässt uns zu Helikoptereltern werden, warum raffen wir Reichtümer zusammen, warum schreiben wir Bücher oder spritzen uns Botox? Weil wir Angst vor dem Tod haben. Das Wissen um unsere Endlichkeit treibt uns jeden Tag an – selbst beim Shoppengehen. Ich habe, also bin ich (noch). Wir wollen alle nicht sterben, nicht mal die, die für einen gelassenen Umgang mit dem Tod plädieren – wie die Interviewpartner im folgenden Stück. Auch wenn sie ganz darauf vertrauen, dass unser Ende auch der Anfang für etwas Gutes sein kann. Sie haben sich eingehend damit beschäftigt. Wie genau sie die Angst vor dem eigenen Vergehen angegangen sind, bleibt zwar etwas im Nebulösen, aber mir gefällt in erster Linie, dass sie uns wieder einmal darauf hinweisen, warum wir machen was wir tun – jeden Tag. Was all dem zugrunde liegt. Das auch Konsum so ein Todvermeidungsgebaren ist. Klamottenkaufen. Brauche ich wirklich das achte Paar Chucks? Oder gebe ich da nur Geld aus, um mich zu trösten? Sehr empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist auch das Buch der Psychologie-Professoren Solomon, Greenberg und Pyszczynski der University of Arizona “Der Wurm in unserem Herzen – Wie das Wissen um die Sterblichkeit unser Lesen beeinflusst”. Interessantes Detail aus den von ihnen zitierten Studien: “Wenige Minuten, nachdem sie sich mit ihrer Vergänglichkeit befasst hatten, verlangte es Männer stärker nach ungeschütztem Sex und nach mehr Partnern oder Partnerinnen.” Da sage nochmal einer, die Alleingänge unseres Unterbewusstseins wären nicht wahr und totaler Schmarrn!
Todesangst bestimmt unsere Kultur. Das spiegelt sich in Körperkult und Jugendwahn. Gier, Zeitnot, Hektik, das Gefühl, etwas zu verpassen, die Panik, dass einem die Zeit davon läuft, der Druck, dass man unbedingt Kinder bekommen will oder dass man ein Werk schaffen muss – dahinter steckt immer die Angst: Mein Gott, ich werde verschwinden, es muss dringend irgendetwas von mir weiterleben!”

Neue Therapie gegen Depressionen und Angstzustände – der lang ersehnte Durchbruch?

Wer unter Depressionen oder hartnäckigen Ängsten leidet, sieht oftmals keinen Ausweg aus seinem Leiden. Was wäre jedoch, wenn man die Fähigkeit besitzen würde, seine Emotionen wie Angst und Trauer zu regulieren? Ein neuer Therapieansatz, der zahlreichen Menschen zu einem neuen Lebensgefühl verhelfen soll.
Von Westfälische Nachrichten

Mit Freunden lachen, unbeschwert von der Arbeit nach Hause kommen oder sich entspannt mit einer Tasse Tee auf das bequeme Sofa zu legen- Gefühlszustände, die im alltäglichen Leben für viele Menschen eine reine Selbstverständlichkeit darstellen. Was von vielen jedoch als normal angesehen wird, birgt für Betroffene oftmals enorme Schwierigkeiten und Hürden, ihren Alltag zu bewältigen. Sobald ein Mensch seine Emotionen nicht mehr aus eigener Kraft regulieren kann, treten Probleme auf, die sowohl das eigene Wohlbefinden als auch die zwischenmenschlichen Begegnungen mit Freunden, Bekannten, Verwandten oder auch Fremden deutlich belasten.

Überaktivität einer Gehirnregion

Grund für die Unfähigkeit, seine Gefühle und Emotionen zu kontrollieren, ist eine Überaktivität einer Gehirnregion, die bei der Gefühlsverarbeitung helfen und unterstützen soll. Besonders bei Menschen mit Depressionen und Angstzuständen sind die Mandelkerne im Gehirn oftmals stärker aktiv als bei anderen Menschen. Was bislang durch die Therapie bei einem Psychotherapeuten oder die zeitweilige Einnahme von Medikamenten als Hilfe dienen sollten, wird durch neuste Erkenntnisse der Forscher auf den Kopf gestellt. Wie derstandard.at und paradisi.de berichten, gehen Forschende der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich davon aus, dass Patienten durch bewusste Gedanken ihre eigene Hirnaktivität steuern können.

Hirnaktivität selbst regulieren

In der Praxis stellt sich dieser Ansatz folgendermaßen dar: Durch den Einsatz kognitiver Techniken kann den Betroffenen eine Rückmeldung über die eigene Hirnaktivität gegeben und somit die Aktivität der Mandelkerne beeinflusst werden. Ziel dieses Ansatzes ist es, den Betroffenen die Möglichkeit zu verschaffen, die gewünschte Hirnregion aktiv zu kontrollieren und selbst  zu regulieren. Nähert sich ein Angstschub oder eine Welle depressiver Gedanken, kann der Patient dies fast in Echtzeit an der Aktivität seiner Mandelkerne erkennen. Bemerkt er dies früh genug, kann er sich darauf konzentrieren die Gefühle zu regulieren und die drohende Welle negativer Gefühle abzuwenden. Und das mit Erfolg.

Wohlmöglich neuer Durchbruch

Eine Studie zeigt, dass Teilnehmer dieser Versuchsreihe bereits nach vier Sitzungen in der Lage waren, ihre Hirnregion mit entsprechenden Gedanken zu beruhigen. Ein Ansatz der wohlmöglich bereits jetzt als Durchbruch in der Behandlung von Depressionen und Angstzuständen angesehen werden darf.

Angststörungen: neue Leitlinie definiert Behandlungsstandards

Angst kann krank machen. Rund 15 Prozent der Bevölkerung erkranken in Deutschland im Verlauf eines Jahres an einer Angststörung. Damit sind Angststörungen die häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie nehmen oftmals einen chronischen Verlauf und wirken sich erheblich auf die Lebensqualität der Betroffenen aus. Eine neue, fachdisziplinenübergreifende Behandlungsleitlinie trägt nun dazu bei, die Versorgung von Patienten mit Angststörungen nachhaltig zu verbessern.

Angst vor realen Bedrohungen zu haben, ist sinnvoll. Sie hilft, Gefahren zu erkennen, darauf zu reagieren und uns davor zu schützen. Kommt es jedoch zu übertriebenen, unrealistischen und auch grundlosen Reaktionen – zum Beispiel in Situationen, die gar nicht gefährlich sind – kann eine Angststörung vorliegen. Zu den Angststörungenzählen die Panikstörung (plötzliche Angstanfälle), die generalisierte Angststörung (übertriebene Angst vor alltäglichen Gefahren) und die soziale Phobie (extreme Schüchternheit). Werden Angststörungen nicht erkannt und richtig behandelt, kommt es häufig zu Chronifizierungen, oftmals mit längeren Krankschreibungen und Frühberentungen. Zudem besteht bei Angsterkrankungen ein erhöhtes Risiko für Komorbidität mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Suchterkrankungen. Sie sind zudem mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden.

Die heute in Berlin von allen wesentlichen beteiligten Fachgesellschaften sowie Patientenvertretern vorgestellte S3‐Leitlinie „Behandlung von Angststörungen“ enthält Empfehlungen für die Diagnostik und Behandlung aller wichtigen Angsterkrankungen bei Erwachsenen. Die Leitlinie entstand in einem sechsjährigen Entwicklungsprozess. Dabei prüfte eine repräsentative Leitliniengruppe die vorhandenen wissenschaftlichen Studien zur Behandlung mit Psychotherapie, Medikamenten und anderen Therapieformen streng auf Evidenz. 20 Fachgesellschaften waren daran beteiligt, darunter auch Patientenvertreter und Selbsthilfeorganisationen. Die neue S3‐Leitlinie richtet sich an alle Berufsgruppen, die Patienten mit Angststörungen behandeln. Dazu gehören insbesondere Hausärzte, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie psychologische Psychotherapeuten.

Trotz ihrer Häufigkeit werden Angststörungen heute in knapp der Hälfte der Fälle nicht erkannt und infolgedessen nicht fachgerecht behandelt. Deshalb will die neue S3‐Leitlinie durch die Entwicklung transparenter und nachvollziehbarer Standards die Erkennung und Behandlung von Angststörungen für die verschiedenen Versorgungsebenen verbessern. Die Leitlinie empfiehlt, Patienten mit Angststörungen eine Psychotherapie und/oder Pharmakotherapie anzubieten. Dabei soll der Wunsch des informierten Patienten berücksichtigt werden. Eine wichtige Rolle im Informationsgespräch müssen daher insbesondere der Wirkeintritt, die Nachhaltigkeit, die unerwünschte Wirkungen und die Verfügbarkeit spielen. Jürgen Matzat (Giessen), einer der Patientenvertreter, betont: „Aus Patientensicht kann man nur begrüßen, dass nun der aktuelle Stand der Erkenntnis zusammengetragen ist. Wir hoffen, dass die Behandler die Leitlinie zur Kenntnis nehmen und ihre Praxis daran orientieren. Besonders am Herzen liegt uns die Wahlfreiheit und die gemeinsame Entscheidung von Patient und Behandler über die Therapie, die zur Anwendung kommen soll.“ Psychotherapeutisch empfiehlt die S3‐Leitlinie bei allen Angststörungen die kognitive Verhaltenstherapie, deren Wirksamkeit zahlreiche kontrollierte Studien nachweisen konnten. Sie wird – z. B. bei Panikstörung oder der Angst vor bestimmten Orten, Plätzen oder Reisen (Agoraphobie) – mit angeleiteten Expositionen mit angstauslösenden Situationen kombiniert. In den letzten Jahren gibt es zunehmend auch Studien, welche die Wirksamkeit psychodynamischer Therapien bei der Panikstörung, der generalisierten Angststörung und der sozialen Phobie belegen. Professor Manfred E. Beutel (Mainz) von der Steuerungsgruppe, erläutert: „Wir empfehlen in der S3‐Leitlinie eine psychodynamische Psychotherapie, wenn sich eine kognitive Verhaltenstherapie nicht als wirksam erwiesen hat, nicht verfügbar ist, oder wenn dies der informierte Patient wünscht.“ Als ergänzende Maßnahmen raten die Experten zur Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, bei der Panikstörung auch zu Sport (Ausdauertraining). Wegen ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit empfiehlt die S3‐Leitlinie zur pharmakologischen Therapie von Angststörungen in erster Linie Medikamente wie die selektiven Serotonin‐Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) und selektive Serotonin‐Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs). Professor Borwin Bandelow (Göttingen) von der Steuerungsgruppe erläutert: „In zweiter Linie können Mittel wie trizyklische Antidepressiva oder Pregabalin verordnet werden. Von der Anwendung der Benzodiazepine, die derzeit noch sehr häufig bei Angsterkrankungen verordnet werden, wird wegen der Möglichkeit einer Abhängigkeitsentwicklung abgeraten.“

In Fällen, in denen eine Psychotherapie oder eine pharmakologische Behandlung nicht ausreichend wirksam war, soll die jeweils andere Therapieform oder eine Kombination von Psychotherapie und Pharmakotherapie
angeboten werden.

Die S3‐Leitlinie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM), des Deutschen Fachverbands für Verhaltenstherapie (DVT), der Gesellschaft für Angstforschung (GAF), der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) sowie weiteren Fachgesellschaften, Patientenvertretern und Selbsthilfeorganisatione

Der Mensch ist Produkt seiner Angst

Angst ist in evolutionärer Hinsicht nicht das Gegenteil von Mut, sondern vielmehr Grundlage für mutiges Handeln. Das Gefühl von Angst gilt als äußerst rudimentäre Veranlagung des Menschen und erklärt sich mit dem evolutionären Bedürfnis der Selbst- und Arterhaltung. Sowohl defensive als auch offensive Verhaltensmuster sind Ausdruck der Angst, das Leben oder die Gesundheit zu verlieren. Angriff ist also genauso ein Produkt von Angst wie Flucht.

Die Studie stellt fest: Die Regionen, die im Gehirn das Gefühl der Angst aktivieren, sind gut erforscht. Welche neuronalen Bereiche und Vorgänge dabei aber für die Auslösung einer bestimmten Handlung oder Verhaltensweise eines ängstlichen Menschen verantwortlich sind, wurde nun erstmals untersucht.

 

Angst hat viele Gesichter

Die britischen Forscher stellten die Frage, was im Gehirn darüber entscheidet, ob ein Mensch flieht oder angreift. Diese Frage ist zentral bei der Suche nach neuen Therapie-Möglichkeiten für Menschen mit Angststörungen.

Soziale Angst
Dank der neuen Erkenntnisse der britischen Forscher könnten soziale Ängste in Zukunft nicht nur genau im Gehirn lokalisiert, sondern auch zielgerichtet behandelt werden

Dabei geht es aus therapeutischer Sicht weniger um rationale Reaktionsmuster auf eindeutige Gefahrenpotentiale. Die Flucht vor einem hungrigen Säbelzahntiger ist offensichtlich rational, weil sie für die Erhaltung der Spezies und die eigene Gesundheit sinnvoll ist. Irrationale Ängste und Phobien – wie zum Beispiel die Todesangst vor kleinen, ungiftigen Spinnen oder abstrakte soziale Ängste – sind dagegen die häufigsten psychischen Erkrankungen unserer Zeit und erfordern verbesserte Therapiemöglickeiten.

 

Der Weg zu einer neuen Angst-Therapie

Die Forscher der University of Bristol entdeckten nun im Kleinhirn die Schaltstelle für alle „Überlebens-Netzwerke des Menschen.“ Dieser Bereich im Gehirn, in dem alle Informationen über vermeintliche Gefahren und mögliche Reaktionen zusammenlaufen, nennt sich Pyramis. Doch die Wissenschaftler konnten nicht nur die neuronale Schaltstelle der Angst, sondern auch konkrete Nervenbahnen identifizieren, die Gefahreneindrücke verarbeiten und schließlich Reaktionen – rationale und irrationale – starten.

Mit dieser Entdeckung der neuronalen Grundlagen für menschliche Angstreaktionen sei man einer verbesserten Therapie von angstbedingten, emotionalen Störungen einen wichtigen Schritt näher gekommen, berichten die Forscher. Vor allem Menschen, die an Phobien und irrationalen Angstzuständen leiden, soll damit vielleicht schon in naher Zukunft wirksam geholfen werden können.

 

Die fünf Gesichter der Angst

Keine Angst ist wie die andere. Panik, Angststörungen, Phobien – Wissenschaftler unterscheiden zwischen fünf verschiedenen Angst-Typen:

  1. Spezifizierte Phobien: Das Gefühl starker Angst wird ausgelöst durch Situationen oder Objekte wie Spinnen oder Mäuse, Flugreisen oder Dunkelheit. Sie entstehen oft schon sehr früh und können unbehandelt jahrzehntelang bestehen bleiben.
  2. Agoraphobie: Als Agoraphobie bezeichnen Mediziner die Angst, sich auf großen, freien Plätzen aufzuhalten, aber auch generell die Furcht vor Öffentlichkeit und vor anderen Menschen. Im Extremfall trauen sich Betroffene nicht mehr aus dem Haus.
  3. Panikstörungen: Sie treten meist völlig unerwartet auf. Binnen Sekunden reagiert der Organismus mit Todesängsten. Eine Attacke endet oft nach wenigen Minuten. Betroffenen bleibt die Angst vor weiteren Panikanfällen in der Öffentlichkeit.
  4. Generalisierte Angststörung: Sie bezieht sich nicht auf konkrete Ereignisse, sondern bezeichnet einen Zustand dauernder Überbesorgtheit. Körperliche Reaktionen: Herzrasen, SchwitzenSchwindel und Muskelverspannungen.
  5. Soziale Phobie: Sie wird häufig als „extreme Schüchternheit” verkannt, äußert sich unter anderem durch Erröten und Schweißausbrüche. Betroffene fürchten sich vor der kritischen Beurteilung durch andere Menschen. Beginn: Pubertät.

Angst 26 x überwinden, besiegen, bezwingen

  Von: Ralf Senftleben •
Angst
PENG! Das war dein Startschuss für ein bewusstes und glückliches Leben …

Ich gebe es offen zu: Ich habe ein bisschen Angst. Ich mache mir Sorgen, dass du diesen Artikel nicht zu Ende liest. Denn das wäre mir schon wichtig.

Denn wieso soll ich mir die Arbeit machen, wenn du sowieso nach der Hälfte aufhörst zu lesen? Oder vielleicht findest du diesen Beitrag auch doof.

Mit dieser Sorge im Bauch habe ich gar keine richtige Lust mehr, diesen Beitrag hier zu schreiben. Also lasse ich es einfach.

Und so kann einen die Angst davon abhalten, die Dinge zu tun, die es wert sind, getan zu werden.

Aber zum Glück habe ich gelernt, meinen Ängsten, Sorgen und Bedenken nicht immer nachzugeben. Mich also nicht von ihnen regieren zu lassen. Sie zu überwinden, sie zu besiegen und zu bezwingen.

Warum es wichtig ist, trotz Ängstlichkeit zu handeln

Denn es ist wichtig, meine Ängste überwinden zu können. Weil unsere Ängste oft zwischen uns und dem Leben stehen, das wir wirklich verdienen.

Zwischen uns und unserem Lebensglück. Zwischen uns und dem, was wir wirklich sein oder wirklich erreichen könnten.

Wir alle könnten so viel tun, erreichen, schaffen, verwirklichen. Wir könnten so viel lebendiger sein und unser Leben so viel mehr genießen.

Der direkte Weg zu einem glücklicheren Leben …

führt über die Achtsamkeit. Denn was nutzen dir all die guten Dinge in deinem Leben, wenn du sie nicht wohlwollend und mit viel Liebe erleben und wahrnehmen kannst? -> So geht das

Wenn wir nicht vor manchen Dingen solch fürchterliches Grausen hätten.

Von welchen Ängsten spreche ich hier?

Welche „normalen“ Ängste gibt es denn so?

Da haben wir zum einen die vielen kleinen Alltagsängste.

  • Die Angst vor dem Scheitern
  • Die Ängstlichkeit vor Peinlichkeit
  • Die Sorge, die anderen könnten herausfinden, wer ich wirklich bin
  • Die Ängstlichkeit vor zu viel Nähe
  • Ängstlichkeit mit Menschen allgemein
  • Die Furcht vor Einsamkeit
  • Panik davor, vor Menschen zu sprechen
  • Tests- und Prüfungens-Angst
  • Horror vor Clowns
  • Hemmungen, eine Gehaltserhöhung zu verlangen
  • Furcht, einen Korb zu bekommen
  • Ängstlichkeit in Konflikten
  • Bedenken, uns selbstständig zu machen

Und das sind nur die „normalen“ Ängste. Dazu kommen die wirklich ernsten Angststörungen, unter denen viele Menschen leiden. Wenn jemand also aus Furcht bestimmte Situationen komplett vermeidet.

Angststörungen, Panikattacken und Angstzustände – die harte Form der Angst

Da haben wir:

  • Ängstlichkeit in sozialen Situationen,
  • Wir vermeiden es Auto zu fahren,
  • Furcht vor großen Plätzen,
  • Flugangst,
  • Horror vor Fahrstühlen
  • und, und, und.

Tatsächlich leiden zwischen 15 % und 25 % aller Menschen irgendwann einmal in ihrem Leben an einer Phobie. Also einer Angst, die ihre Lebensqualität wirklich ernsthaft einschränkt.

Manchmal sind unsere Ängste sogar so extrem, dass man von Panikattacken spricht.

Unsere Furcht ist ein Phänomen, das uns wie keine andere Kraft von den guten Dingen im Leben abschneidet.

Deswegen ist es an der Zeit, dass wir das Thema hier einmal näher beleuchten.
Denn wenn du lernst, deine Furcht zu überwinden, kannst du dein Leben dramatisch besser und schöner machen.

Definition

Furcht ist ein Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Krankhaft übersteigerte Angst wird als Angststörung bezeichnet.

Quelle: Wikipedia.

Wie genau geht das nun, die eigenen Ängste kleiner zu machen?

Ängste können kleiner werden. Wenn wir es geschickt anstellen.

Und wie das funktioniert, dazu habe ich hier eine ganze Reihe von Ideen und Impulsen für dich.

Los geht es …

Impuls 1: Wie halte ich das aus?

Ängstlichkeit aushalten. Ja, aushalten. Nicht vermeiden. Aushalten.

Oha, bei dem Gedanken kriegst du vielleicht schon kalte, feuchte Hände. Oder andere Angstsymptome.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Aber das ist o. k. Das gehört dazu. Ängstlichkeit macht das halt mit uns.

Furcht ist ein ganz normales, menschliches Phänomen. Zittern, schnelleres Atmen, Fluchtimpulse, aufgerissene Augen, angespannter Kiefer … alles ganz normal und nichts, wofür man sich schämen muss.

Denn wir alle fürchten uns vor irgendetwas. Auch die, denen man es nicht ansieht und die nicht darüber reden.

Gleichzeitig sind wir alle stärker, als wir glauben. Auch du kannst Angstgefühle nämlich aushalten. Du schaffst das. Du bist stark. Wenn du dich traust.

Und du solltest sie auch aushalten. Dich also Angstgefühlen bewusst aussetzen.

Vielleicht denkst du: „Geht’s noch? Warum sollte ich mich denn bewusst in Situationen bringen, vor denen ich mich fürchte?“

Ganz einfach, weil das die einzige Möglichkeit ist, die Ängstlichkeit hinter sich zu lassen.

Wir verlieren unsere Ängstlichkeit, wenn wir uns der Situation oft genug aussetzen, vor der wir uns fürchten. Dann merkt unser Körper irgendwann:

„Hey, es ist doch nicht so schlimm. Das war nur in meinem Kopf. Ich kann das aushalten. Ich bekomme das hin.“

Die kognitive Verhaltenstherapie ist die Therapieform, die bei ernsthaften Angststörungen laut Studien mit die größten Heilungs-Erfolge bringt. Damit will ich sagen: Die Jungs und Mädels, die das machen, wissen, was sie tun. Und sich der Furcht auszusetzen ist ein ganz wichtiger Teil dieses therapeutischen Ansatzes.

Aber um sich Angstsituationen auszusetzen, brauchst du keinen Therapeuten. Das bekommst du oft auch alleine hin. Oder mit Hilfe eines Freunds, der dir die Hand hält. Insbesondere, wenn du in ganz kleinen Mikro-Schritten vorgehst. Wenn du dich deiner Furcht in klitzekleinen Trippelschritten näherst.

Lerne, Ängste auszuhalten. Dann ist bald keine Angst mehr da, die es auszuhalten gilt. Dann bist du frei.

Merksatz: Wenn ich lerne, meine Furcht auszuhalten, kann mich nichts mehr aufhalten und ich bin frei.

Impuls 2: Welche Bedeutung gebe ich der Angst?

Furcht ist schlecht. Furcht gilt es zu vermeiden. Ängstlich sein, bedeutet, schwach zu sein.

So denken viele Menschen über Angstgefühle.

Aber was wir über Dinge denken, ist nicht in Stein gemeißelt.

Denn du hast doch schon einmal deine Meinung geändert, oder? Vielleicht weil sich die Umstände geändert haben. Weil du eine neue Einsicht gewonnen hast. Oder weil du einfach ein Stück erwachsener geworden bist.

Wir Menschen geben den Dingen in unserer Umgebung eine Bedeutung. Und welche Bedeutung wir den Dingen geben, bestimmt die Qualität unseres Lebens maßgeblich.

Ein Beispiel:

Wer hat es besser im Leben?

  1. Ein Mensch, der dem Thema Disziplin die folgende Bedeutung gibt: „Gut, erstrebenswert, so hat man sein Leben im Griff, schafft Freiheiten, erfolgreich, bekomme, was ich will“?
  2. Oder hat es ein Mensch besser im Leben, der dem Thema Disziplin diese Bedeutung gibt: „Anstrengend, lästig, nur für Streber, Pflicht, Zwang“?

Die Wissenschaft gibt auf diese Frage eine klare Antwort. Disziplinierte Menschen sind laut Studien wesentlich zufriedener und glücklicher mit ihrem Leben.

Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass man dem gleichen Thema eine unterschiedliche Bedeutung zuweisen kann.

Und du kannst die Bedeutung wählen, die du einer Sache zuweist. So wie du in vielen anderen Bereichen des Lebens schon einmal deine Meinung geändert hast.

Ich kann dem Thema Furcht die folgende Bedeutung zuweisen:

30 Tage für spürbar mehr Zufriedenheit und Lebensqualität

Im Hier und Jetzt sein. Klarer sehen. Bewusster fühlen. Das ist Achtsamkeit. Der Schlüssel für ein glückliches und erfülltes Leben. Möchtest du das auch? Dann mach mit bei meiner neuen Achtsamkeits-Challenge

„ausweichen, weghaben, vermeiden, unangenehm, Schwäche, Verlierer, Schwächling“

Oder ich kann die folgenden Dinge mit dem Thema Angst verbinden:

„normal, menschlich, wach sein, es geht um etwas, da geht der Weg lang, Wachstumschance“

Welche Einstellung führt deiner Meinung nach zu einem besseren Leben?

Merksatz: Mein Leben wird deutlich einfacher, wenn ich dem Phänomen Furcht eine positive, lebensdienliche Bedeutung gebe.

Impuls 3: Die Chance, zu wachsen

Wozu sind wir hier auf der Welt?

Manch einer denkt, dass es darum geht, zu lernen und als Mensch zu wachsen.

Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber das Ziel, als Mensch zu wachsen, besser zu werden, reifer zu werden, ist bestimmt nicht verkehrt.

Wachsen. Mmmh … Was ist damit eigentlich genau gemeint?

Es geht darum, als Mensch fähiger zu werden. Also Dinge besser zu können, mit Situationen besser umgehen zu lernen, mehr und schwierigere Aufgaben bewältigen zu lernen. Beruflich oder persönlich.

Aber wo anfangen? Eine mögliche Antwort auf diese Frage liegt in unseren Ängsten.

Denn dort liegen oft unsere vielversprechendsten Wachstumschancen verborgen.

  • Ich mache mir oft Sorgen, dass andere schlecht von mir denken könnten.
  • Ich fürchte mich oft davor, alleine zu sein.
  • Ich vermeide, zu sagen, was ich will, weil ich mich fürchte

Dann ist es vielleicht ein Weg, sich zu fragen:

„Was müsste ich lernen oder können, um hier sicherer zu werden und meine Furcht in dieser Angelegenheit hinter mir zu lassen? Oder inwiefern müsste ich meine Einstellung ändern, damit diese Sorge kein Problem mehr für mich wäre?“

Unsere Ängste liefern uns oft eine Richtung, in der wir reifer, fähiger, zufriedener werden können. Unsere Ängste sind wie eine Herausforderung, die uns das Leben präsentiert. Und wir können diese Herausforderung annehmen. Um ein besserer und glücklicherer Mensch zu werden.

Merksatz: Unsere Ängste zeigen uns oft den Weg zu den Themen, an denen wir im Augenblick am meisten wachsen können.

Impuls 4: Ängste sind der Diktator meines Lebens

Ein Diktator ist jemand, der anderen seinen Willen aufzwingt. Jemand, der diktiert, wo es langgeht. Was gemacht wird. Und was nicht gemacht wird.

So ist es auch mit den Ängsten in unserem Leben, wenn wir unsere Ängste nicht zügeln.

Denn die Furcht bestimmt, was wir alles tun: nämlich nur die Dinge, die sicher sind. Wo wir unseren Angstgefühlen nicht begegnen. Und das sind oft auch die langweiligen, unlebendigen, bequemen, uninteressanten Dinge.

Die Furcht bestimmt, was wir nicht tun: Nämlich alles, was auch nur die Chance in sich trägt, dass wir einem Angstauslöser begegnen. Das sind oft die Dinge, die uns weiterbringen würden, die unser Leben reicher und schöner machen würden.

  • Obwohl ich eigentlich gerne wollte, kann ich nicht zur Party gehen, weil…
  • Obwohl ich eigentlich gerne wollte, kann ich mich nicht woanders bewerben, weil…
  • Obwohl ich eigentlich gerne wollte, kann ich die neue Stelle nicht annehmen, weil…
  • Obwohl ich eigentlich gerne wollte, kann ich ihn oder sie nicht ansprechen, weil…
  • Obwohl ich eigentlich gerne wollte, kann ich nicht mit dem Auto in die Innenstadt fahren, weil…

Ungezügelte Angstgefühle sind oft wie ein Käfig, ein Gefängnis, Ketten, mit denen wir uns selbst gefesselt haben.

Angstsgefühle sind wie ein Diktator.

Und ein Diktator unterdrückt eben die Freiheit, die Lebendigkeit, die Lebensfreude.

Vielleicht ist es Zeit für eine kleine Revolution. Oder wenigstens für einen kleinen Akt des zivilen Ungehorsams.

Merksatz: Unsere Furcht ist wie ein Diktator, denn sie hält uns von vielen Dingen ab, die gut für uns wären.

Impuls 5: Ehrlich zu sich selbst sein

Der erste Schritt, wenn wir etwas ändern wollen, ist, ehrlich mit sich selbst zu sein. Das gilt auch bei der Angst.

Denn oft reden wir es uns selbst schön, wenn wir uns fürchten. Wir erfinden Ausreden.

  • Ach, das ist mir auch nicht so wichtig.
  • Dazu habe ich gerade auch gerade keine Zeit.
  • Ne, das ist nicht so mein Ding.

Der erste Schritt ist Ehrlichkeit mit sich selbst. Es einfach zugeben.

„Ich würde gerne, aber ich fürchte mich im Augenblick einfach noch doll.“

Das befreit. Dann ist es ausgesprochen. Und dann kann man vielleicht sogar an den eigenen Angstsgefühlen arbeiten.

Merksatz: Ein Schritt aus der Angst heraus ist, Angstsgefühle zuzugeben und sich ehrlich einzugestehen: „Ich tue diese Sache nicht, weil ich mich fürchte.“

Impuls 6: Freunde helfen einem

Ein Freund, ein guter Freund.

Vieles ist einfacher, wenn ich Freunde habe, die mir meine Hand halten, wenn ich mich fürchte.

Geteiltes Leid, ist nun mal halbes Leid.

Und wenn jemand meine Hand hält, spüre ich mein Zittern auch nicht mehr so.

Aber das funktioniert nur, wenn ich meinen Freunden gegenüber auch offen zugebe, dass ich mich fürchte. Und das geht. Denn ein wirklicher Freund wird damit umgehen können. Er wird mich deswegen nicht auslachen. Sondern wird mir helfen.

Denn: Gemeinsam ist vieles einfacher.

Merksatz: Mit jemandem, der einem die Hand hält, ist vieles nur halb so beängstigend.

Impuls 7: Furcht ist ein Gefühl

„Es gibt keinen Grund, sich zu fürchten.“

Danke für diesen wunderbaren Rat. Als ob der Hinweis auf die Unangemessenheit meiner Furcht diese einfach verschwinden lassen würde. Als ob Furcht etwas wäre, das man einfach abschalten kann.

Angstgefühle sind nichts Vernünftiges. Angstsgefühle sind zutiefst instinktiv und irrational. Und die Furcht ist eine unserer stärksten Emotionen.

Man kann der Furcht mit dem Verstand beikommen. Das ist ein Weg, den man in der kognitiven Verhaltenstherapie geht. Aber es ist ein mühsames Geschäft. Und es dauert.

Und wenn wir uns richtig fürchten, wenn wir gerade tief in der Emotion drinstecken, dann hilft uns noch kein so gut gemeinter Rat. Dann hilft uns kein Argument, keine Fakten, kein Wissen.

Furcht ist ein Gefühl. Und Gefühle verschwinden, mit der Zeit. Und dadurch, dass wir das Gefühl aushalten, indem wir es bewusst fühlen und uns dem Angstgefühl ergeben. Indem wir mit anderen reden. Oder indem wir Sport machen. Oder durch eine Umarmung.

Es hilft auch nichts, mit sich selbst zu schimpfen, weil die Ängstlichkeit ja unvernünftig ist. Weil es eigentlich keinen Grund gibt, sich zu fürchten. Aber das ist der Verstand. Der Verstand weiß das. Aber dein Gefühl weiß es nicht. Deswegen nutzt dir der Verstand hier nicht viel.

Lass den Verstand Verstand sein. Rede lieber mit deinem Gefühl. Sage einfach zu dir selbst: „Hallo, Gefühl Angst. Ich spüre dich. Bleib, solange du willst. Du wirst schon zu etwas gut sein. Ich erlaube dir, da zu sein.“

Merksatz: Furcht ist ein Gefühl und lässt sich kurzfristig selten mit guten Argumenten wegreden.

Impuls 8:  Kalte Hände und andere Zeichen, dass ich mich fürchte

Wenn wir so uns so richtig fürchten, bekommen wir kalte Hände. Und kalte Füße. Weil sich das Blut in die oberen Gliedmaßen zurückzieht. Dorthin, wo es zum Kämpfen oder zum Fliehen am meisten gebraucht wird.

Wir bekommen Herzklopfen. Die Muskeln spannen sich an. Besonders der Nacken und der Kiefer.

Der Mund wird trocken.

Die Muskeln zittern. Der Magen fühlt sich flau an.

Der Kopf wird leer. Wir können keinen klaren Gedanken mehr denken.

Und wir wollen in dieser Situation nur noch weg. Den Raum verlassen. Die Situation. Abhauen.

Manch einer wird auch sauer oder richtig aggressiv.

Flucht oder Kampf.

Das macht die Ängstlichkeit mit unserem Körper und unserem Geist.

Wenn du diese Gefühle spürst und nicht weißt, was los ist, dann frag dich doch einfach einmal: „Habe ich vielleicht Angst? Und wenn ja, wovor?“

Merksatz: Angst hat viele Symptome und es tut gut, diese zu kennen, damit man weiß, wann man Furcht hat.

Impuls 9: Angst macht uns oft zum Idioten, also dann besser keine Entscheidungen treffen

Wusstest du, dass starker Stress und große Furcht unseren logischen Verstand, unsere Entscheidungsfähigkeit und unsere Einschätzungsfähigkeit beeinträchtigen?

Unter starkem Stress denken wir nicht mehr so gut. Wir haben dann einen Tunnelblick. Wir können A und B nicht mehr richtig zusammenziehen. Wir erkennen Blödsinn nicht mehr so leicht, wenn wir ihn sehen.

Die Ängstlichkeit isst nicht nur unsere Seele auf, sondern auch unseren Verstand.

Deswegen sollte man unter Angst, Stress und Druck auch nie eine weitreichende Entscheidung treffen. Weil uns die Ängstlichkeit zu einem Idioten macht.

Ein bisschen Furcht oder Stress macht uns dagegen oft wacher, präsenter, leistungsfähiger. Wie mit allem macht es die Dosis.

Merksatz: Starke Furcht und starker Stress setzen unsere Denkfähigkeit herab und machen uns dümmer, also sozusagen zum Idioten.

Impuls 10: Jeder von uns hat vor etwas Angst

Manche Menschen erscheinen uns furchtlos. So als ob sie nichts umwerfen könnte. Als ob sie sich niemals fürchten.

Aber das ist nur eine Illusion.

Denn nur weil Menschen ihre Furcht nicht zeigen oder Angstauslösern ausweichen, heißt es nicht, sie hätten keine Angst.

Jeder hat vor irgendetwas Angst. Jeder.

Auch taffe, harte Kerle fürchten sich vor bestimmten Dingen. Vielleicht vor zu viel Nähe. Vor dem Eingesperrt-Sein. Vor zu viel Gefühl. Manchmal sogar auch vor Spinnen, dunklen Räumen.

Ängste entstehen auf die unterschiedlichste Art und Weise. Eine Kindheitserfahrung kann uns die interessantesten Ängste bescheren.

Mache dir das immer wieder klar, dass jeder Mensch seinen wunden, ängstlichen Punkt hat. Manche haben es vielleicht einfacher, weil sie ihrem Angstauslöser seltener begegnen.

Wenn ich mich vor Schlangen fürchte, dann ist das einfacher zu bewältigen, als wenn ich mich vor Menschenmengen oder vor sozialem Austausch fürchte.

Aber wir alle haben unsere Ängste. Das schweißt doch auch irgendwie zusammen. Und die Erkenntnis, dass wir die Ängstlichkeit alle teilen, rückt uns Menschen alle ein Stück näher aneinander.

Merksatz: Jeder von uns – auch die harten Kerle oder taffen Superfrauen – haben vor irgendetwas Angst. Auch wenn diese das vielleicht nicht zeigen.

Impuls 11:  Kleine Schritte führen aus der Angst

Manche Ängste sind kein großes Problem für uns. Wenn ein Angstauslöser nur einmal im Jahr auftritt, kommen wir sehr gut damit zurecht. Oder wenn wir die Ängstlichkeitsituation bewusst vermeiden können, tun wir es halt.

Wenn ich Furcht vor der Achterbahn habe, fahre ich halt nicht. Problem gelöst.

Aber es gibt Ängste, die schränken unsere Lebensqualität ein. Wenn ich Angst vor Kritik habe oder vor Zurückweisung oder vor sozialen Situationen oder davor, durch Bakterien krank zu werden.

Denn diese Dinge können wir nur schwer vermeiden. Und jeder Versuch macht unser Leben sehr, sehr schwierig und lässt unsere Lebensqualität zusammenschrumpfen.

Dann kommt man vielleicht auf die Idee und sagt sich: Das geht so nicht weiter. Ich muss etwas unternehmen.

Aber wie unternimmt man etwas gegen die Ängstlichkeit? Wie geht man am besten vor?

Der beste Weg ist einfach, ganz kleine Schritte zu gehen. Kleine Trippelschritte. Kleine, ganz vorsichtige Schritte.

  • Stell dir zuerst einfach nur vor deinem geistigen Auge vor, du würdest dich für 5 Sekunden in deine Angstsituation begeben.
  • Dann stelle es dir für länger vor, in kleinen Schritten, immer länger.
  • Dann mache dir nicht nur ein inneres Bild von der Situation, sondern nimm auch noch andere Sinne dazu. Einen Sinn nach dem anderen. Die Geräusche deiner Angstsituation. Spüre, was du dann spürst. Rieche, was du riechst. Immer nur für ganz kurz. In kleinen Schritten. Und langsam steigern.
  • Dann bringe dich einen kleinen Schritt näher an deine Angstsituation heran. So dass du es noch aushalten kannst. So dass du dich noch sicher fühlst.
  • Dann nähere dich deiner Angstsituation in kleinen, kleinen Schritten. Und halte es immer länger aus. Zuerst nur 1 Minute. Dann 2, 3, 4, 5 Minuten.
  • Nähere dich immer weiter. Bis du dich irgendwann selbst an die Ängstlichkeitsituation gewöhnt hast. Und du merkst, dass die Ängstlichkeit verschwunden ist.

Merksatz: Der Weg aus der Ängstlichkeit geht sich am einfachsten mit kleinen, kleinen, kleinen Schritten. Einen nach dem anderen.

Impuls 12:  Die Ängstlichkeit in 5 Schritten loslassen

Ängste kann man oft bewusst loslassen. Die Ängste freigeben. Sie ziehen lassen.

Wie geht das?

1) Loslassen geht, indem man sich zuerst erlaubt, die Ängste zu spüren. Indem man sie nicht verdrängt. Indem man sie für ein Weilchen aushält. Auch wenn das ein wenig Überwindung kostet.

Denn was Gefühle angeht, gibt es ein komisches, psychologisches Gesetz.

Das, was du am meisten ablehnst und was du am meisten weghaben willst, bleibt dir am längsten erhalten.

Das ist paradox. Aber es ist irgendwie so.

Loslassen funktioniert im ersten Schritt meistens durch Akzeptieren, Zulassen und Annehmen.

„Ja, ich fürchte mich. Ja, die Ängstlichkeit ist da. Ja, die Ängstlichkeit darf auch einen kleinen Augenblick dableiben. Sie darf verweilen, so lange, bis ich sie ausreichend gespürt habe.“

2) Dann gilt es, konkreter zu werden und die Ängstlichkeit im Körper zu lokalisieren. Wo steckt sie genau? Und wie sieht die Ängstlichkeit konkret aus? Man kann sich seltsame Fragen stellen, einfach nur, um ein besseres Verständnis und ein besseres Gefühl für die Ängstlichkeit zu bekommen.

„Wo steckst du, meine Angst? Wo hast du dich in meinem Körper versteckt? Im Nacken? Im Bauch? In der Kehle? Und wie fühlst du dich an? Welche Farbe hast du? Bist du hart oder weich? Bist du heiß oder kalt? Machst du ein Geräusch? Wie schmeckst du?“

3) Dann kann man sich selbst erlauben, die Ängstlichkeit loszulassen. Es geht nurdarum, sich die Erlaubnis dazu zu geben. Nicht, es zu tun. Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied.

„Ja, ich kann mir erlauben, die Ängstlichkeit loszulassen. Ich muss es nicht. Ich darf die Ängstlichkeit auch behalten und weiter spüren. Ich darf sie aber loslassen. Das ist erlaubt.“

4) Sage Danke. Denn deine Furcht ist ein Teil von dir und sie hat irgendwo auch einen Zweck, eine positive Absicht. Deswegen sage dir so etwas wie:

„Hey, Angst. Ich verstehe dich nicht so richtig. Aber ich sage dir trotzdem Danke. Weil du bestimmt auf irgendeiner Ebene etwas Gutes für mich willst. Danke für deine guten Absichten. Danke!

5) Dann könnte ich versuchen, die Ängstlichkeit aktiv loszulassen. Wie geht das? Indem ich mir einfach vorstelle, dass ich die Ängstlichkeit loslasse.

Indem ich mir vorstelle:

  • dass ich die Ängstlichkeit an einen Luftballon binde und sie fliegen lasse,
  • dass ich die Ängstlichkeit in ein Segelboot setze und das Segelboot davonsegelt,
  • dass ich die Ängstlichkeit ins Feuer schmeiße und ich dem Rauch nachwinke,
  • dass ich mit einer Nadel in die Ängstlichkeit hineinpike, so dass der Druck entweicht.

Finde dein eigenes passendes Bild, wie du die Ängstlichkeit loslassen kannst.

Und? Ist die Ängstlichkeit kleiner geworden? Wenn nicht, dann einfach wieder bei 1 anfangen. Oft braucht es mehrere Durchläufe.

Merksatz: Ängste lassen sich gezielt in 5 Schritten loslassen: Das Spüren erlauben, die Ängstlichkeit lokalisieren, das Loslassen erlauben, Danke sagen, loslassen.

Impuls 13: Maßnahmen, um die Ängstlichkeit zum Verschwinden zu bringen

Was kann man alles tun, um die Ängstlichkeit kleiner zu machen?

Tatsächlich kann man eine Menge tun:

  • Jemand finden, der mir die Hand hält.
  • Die Ängstlichkeit einfach wahrnehmen und sich nicht davon beindrucken lassen, schließlich ist es „nur“ ein Gefühl.
  • Es trotzdem tun. Also der Furcht trotzen. Mutig sein.
  • Über meine Ängste reden.
  • Ausdauersport machen.
  • Mich fragen, was das Schlimmste ist, das passieren kann. Und wie wahrscheinlich es ist, dass das Schlimmste passiert.
  • Über meine Ängste schreiben.
  • Selbsthypnose lernen.
  • Entspannungsmethoden lernen (Yoga, Tai-Chi, autogenes Training, Qigong, progressive Muskelrelaxation).
  • Sich der Furcht so lange (in kleinen Schritten) aussetzen, bis sie weg ist (Exposition).
  • Meditieren.
  • Mit meinen Ängsten reden, also so tun, als wären sie Personen, mit denen ich einen Dialog führen kann (Focussing).
  • Mir professionelle Unterstützung suchen, am besten bei einem guten Therapeuten, der sich auf Angsterkrankungen spezialisiert hat.
  • In besonders harten Fällen: In eine Angstklinik gehen.

Merksatz: Es gibt viele Maßnahmen, um Ängste kleiner zu machen. Je mehr ich davon kenne und auch geübt habe, desto mutiger gehe ich durch die Welt.

Übrigens: Kennst du unser Mentaltraining Mut? Das ist auch eine wunderbare Möglichkeit, zu lernen, besser mit den eigenen Ängsten, Zweifeln und Unsicherheiten umzugehen, sie auszuhalten und trotzdem zu handeln. Denn das ist es ja, was Mut bedeutet. Trotz der eigenen Angst zu handeln.

Impuls 14: Hast du einen Notfallplan?

Die Ängstlichkeit kann uns unvorbereitet erwischen. Und oft können wir Angstsymptome nicht wirklich gebrauchen. Deswegen ist es gut, wenn du dich auf deren Auftreten vorbereitest.

Was du hier brauchst, ist ein Notfallplan. Also ein Plan, was genau du tust, wenn deine Furcht dich kalt erwischt. Denn je besser wir vorbereitet sind, desto besser können wir auch mit schwierigen Situationen umgehen.

So ein Notfallplan ist natürlich etwas ganz Individuelles. Hier trotzdem einmal ein Beispiel für dich als Startpunkt oder als Inspiration:

  1. Ich atme durch die Nase normal ein und atme durch den Mund wieder aus. Mein Ausatmen dauert doppelt so lange wie mein Einatmen. Das Ganze mache ich 3 Mal.
  2. Ich mache eine Faust, presse meine Finger fest zusammen, spanne meinen Arm an und zähle bis 3. Dann lasse ich los und entspanne meine Finger und meinen Arm bewusst wieder.
  3. Ich sage zu mir selbst: „Ich spüre meinen Stress, meine Sorge, meine Angst. Das ist ganz normal. Ich darf die Ängstlichkeit spüren. Ich kann damit umgehen. Ich kann das aushalten.“

So ein Notfallplan lässt die Ängstlichkeit natürlich nicht verschwinden. Aber wir können so besser mit der Situation umgehen.

Und es wäre gut, wenn du den Notfallplan öfters in harmlosen Situationen üben würdest. Damit dir das Vorgehen in Fleisch und Blut übergeht.

Merksatz: Gute Vorbereitung in Form eines Notfallplans hilft einem, Ängste besser zu bewältigen.

Impuls 15: Furcht macht uns zum Opfer

Du bist erwachsen und du weißt, dass es nicht nur nette Menschen auf der Welt gibt. Es gibt Leute, die nutzen die Schwäche anderer gezielt aus. Diese Menschen suchen sich immer den Schwächsten aus, um ihn herumzuschubsen.

Und woran erkennt man den Schwächsten?

Man erkennt ihn an seiner Unsicherheit und seiner Angst.

Unsere Angst macht uns also zu einem beliebten Opfer für alle Intriganten, Grobiane und Mobber.

Deswegen ist es so wichtig, mit der eigenen Angst umgehen zu lernen. Die eigene Furcht in den Griff zu bekommen. Und sich auch wehren zu können, trotz der Angst. Denn auch das strahlt man aus. Wenn man sich trotz Angstgefühlen wehren kann.

So dass die niederträchtigen Typen da draußen klar erkennen:

„Oha, das ist kein Opfer. Dieser Mensch hat zwar Angst, aber auch Stacheln, da suche ich mir lieber jemanden, mit dem ich es machen kann.“

Merksatz: Wenn ich mit meiner Furcht nicht umgehen kann, strahlt das aus und signalisiert anderen: Ich bin ein Opfer, mit mir kann man es machen.

Impuls 16:  Die positive Absicht hinter der Angst

Warum müssen wir uns denn fürchten, wenn diese doch so viele Nachteile hat? Wozu ist diese mistige Ängstlichkeit denn überhaupt da?
Natürlich hat die Ängstlichkeit – wie alles im Leben – auch ihren Sinn und ihre positiven Seiten.
Die Ängstlichkeit bewahrt uns vor riskanten und gefährlichen Situationen. Sie lässt uns innehalten, bevor wir uns in eine unangenehme Lage bringen. die Ängstlichkeit sorgt dafür, dass wir uns schnell in Sicherheit bringen, wenn der Löwe vor uns steht, weil ein Pfleger im Zoo die Tür aufgelassen hat.
Die Ängstlichkeit hat immer irgendwo eine positive Absicht. Sie will uns vor Unheil bewahren, beschützen, absichern.
Unsere Ängstlichkeit möchte nicht,

  • dass wir verletzt werden,
  • dass wir enttäuscht werden,
  • dass es peinlich wird,
  • dass wir kritisiert werden,
  • dass wir abgelehnt werden oder
  • dass wir sonst eine schmerzvolle Erfahrung machen.

Unsere Furcht meint es eigentlich nur gut mit uns.

Aber vielleicht kennst du auch den Spruch:

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Unsere Furcht ist ganz oft nützlich und bewahrt uns vor Schmerz und Gefahren. Aber ganz oft behindert sie uns einfach nur in einem guten, erfüllten Leben.

Früher war Furcht dazu da, uns zu sagen:

„Renn weg oder du bist tot.“

Heute sollte unsere Furcht aber eben ein Signalgeber sein, der uns sagt:

„Hey, kurz aufpassen und den Kopf anschalten. Gibt es etwas, was du hier tun oder lassen solltest?“

Merksatz: „Der Zweck der Furcht sollte sein, uns daran zu erinnern, unseren Kopf anzuschalten.“

Impuls 17: Ängste sind normal, auch bei anderen

Furcht ist etwas ganz Universelles. Jeder von uns hat mal Angst. Und doch neigen wir dazu, anderen wegen ihrer Ängste gut zuzureden oder sie zu verniedlichen:

  • Hey, davor brauchst du doch dich doch nicht fürchten.
  • Ist der doof, dass er davor Angst hat.
  • Junge, ist die aber eine ängstliche Kuh.
  • Voll die Partybremse, weil er vor allem Furcht hat.
  • Der fürchtet sich doch nur davor, seine Gefühle zu zeigen.

Wir neigen dazu, andere für ihre Ängste zu verurteilen, während uns unsere Ängste ganz logisch und natürlich vorkommen.

Aber die meisten Ängste sind irrational und eigentlich nicht notwendig.

Kennst du den lateinischen Satz „Quid pro quo“ (übersetzt: „Dieses für das“)? Dieser Satz bedeutet so viel wie: Geben und nehmen. Oder eine Hand wäscht die andere. Oder wie du mir, so ich dir.

Möchtest du für deine Ängste verurteilt, verniedlicht, bemitleidet oder mit guten Ratschlägen versehen werden?

Dann höre doch auch auf, andere für ihre Ängste irgendwie zu bewerten.

Ängste sind normal. Nicht nützlich, aber normal. Wir alle haben sie. Auch wenn jeder irgendwie andere hat.

Eine gute Reaktion, wenn du Ängste bei jemandem spürst, wäre deswegen:

  • Ignoriere die Ängstlichkeit deines Gegenübers.
  • Lenke ihn oder sie ab.
  • Reiche dem Menschen die Hand, ohne etwas zu sagen.
  • Oder: Erzähle von deinen Ängsten und signalisiere: Wir sitzen alle im gleichen Boot.

Aber wenn du nicht möchtest, dass andere dich für deine Ängste verurteilen oder dir erzählen, du bräuchtest dich doch nicht fürchten, dann tu das eben auch nicht bei anderen.

Quid pro quo.

Merksatz: Andere nie wegen ihrer Ängste verurteilen oder ihnen sagen, es gebe keinen Grund, sich zu fürchten.

Impuls 18: Warum es so wichtig ist, etwas zu riskieren

Den Mutigen gehört die Welt. Also denen, die sich trauen, ein Risiko eingehen. Und das braucht Mut.

Es ist wie bei der Geldanlage. Wenn ich eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaften will, muss ich auch ein überdurchschnittliches Risiko eingehen.

Mut ist ja die Fähigkeit, die eigenen Ängste auszuhalten und trotzdem zu handeln. Und es sind die Mutigen, die die süßesten Früchte ernten. Wobei es natürlich auch Mutige gibt, die auf die Nase fallen.

Aber um die guten Dinge im Leben zu bekommen, muss ich mutig sein und etwas riskieren.

  • Also mich trauen, nach der Gehaltserhöhung zu fragen.
  • Mich trauen, meine Traumfrau oder meinen Traummann anzusprechen und auf einen Kaffee einzuladen.
  • Mich trauen, mich selbstständig zu machen.
  • Mich trauen zu sagen: „Hey, ich mag dich wirklich, lass uns Freunde sein.“

Merksatz: Wenn ich mehr will vom Leben, muss ich bereit sein, auch mal ein Risiko einzugehen, weil den Mutigen die Welt gehört.

Impuls 19: Was ist das Schlimmste, das passieren könnte?

Wenn wir uns fürchten, denken wir oft daran, was schlimmstenfalls passieren könnte. Wir denken oft in Katastrophen-Szenarien. Wir malen uns aus, wie schlimm es maximal werden wird. Und dementsprechend wird unsere Furcht auch immer größer und größer.

Und es ist natürlich auch nicht unklug, mal kurz über die Risiken und schlimmstmöglichen Folgen einer Idee nachzudenken.

Aber es ist nicht lebensdienlich, wenn es dabei bleibt.

Der Fairness halber sollte man sich zwei weitere Fragen stellen:

  • Was könnte bestenfalls passieren?
  • Was wird wahrscheinlich passieren?

Denn die Wirklichkeit spielt sich ja meistens zwischen dem Schlimmsten und dem Besten ab.

Wenn wir unsere Ängste in den Griff bekommen wollen, müssen wir irgendwann auch den Kopf anschalten und die bewusste und verstandesorientierte Kontrolle über unsere Situation übernehmen.

Das Gefühl ist zuerst immer stärker. Aber wenn wir das Gefühl lang genug ausgehalten haben, ohne zu schnell eine Entscheidung zu treffen, dann kommt irgendwann wieder unser Verstand durch.

Und dann sollten wir uns in einer uns ängstigenden Situation fragen:

„Was wird hier realistischerweise wahrscheinlich passieren?“

Merksatz: Sei weder Optimist noch Pessimist. Sei lieber ein gesunder, positiver Realist, der die Dinge so sieht, wie sie sind.

Impuls 20: „Trotzdem“ ist das Wort, das die Ängstlichkeit besiegt

„Trotzdem“ ist ein sehr kraftvolles Wort.

Wenn ich zum Beispiel sage:

„Ich fürchte mich, aber ich tue es trotzdem!“

Das Wort „trotzdem“ spiegelt unseren besten Umgang mit Angstgefühlen wider.

Es trotzdem tun. Trotzdem handeln. Trotzdem voranschreiten.

Denn wie schon gesagt, den Mutigen gehört die Welt. Die Mutigen bekommen die besten Jobs, die besten Männer und Frauen, die besten Unterstützer, die besten Möglichkeiten, die besten Chancen. Weil „trotzdem“ das Zauberwort aller Mutigen ist.

Denn Mut ist nicht, sich nicht zu fürchten. Mut bedeutet, trotz Angstgefühlen zu handeln, weil mir eine Sache wichtig genug ist. Trotzdem handeln.

„Trotzdem“ ist eine Unabhängigkeitserklärung. Du machst dich damit frei von deinen Ängsten, frei von anderen Menschen, frei von allem, was dich behindert und einschränkt.

Wenn es ein Wort gibt, das du häufiger benutzen solltest, dann ist es „trotzdem“.

Merksatz: Verwende das Wort „trotzdem“ so oft wie möglich, um über deine eigenen Ängste hinaus zu denken und zu handeln.

Impuls 21: Gefühle unterscheiden lernen

Ängste kommen in vielen Formen daher. Da haben wir leichte Sorge bis hin zu Todesangst. Besorgt sein oder Panik. Unsicherheit oder Furcht. Horror. Schauder. Zögerliche Ängstlichkeit. Und, und, und …

Was beim Umgehen mit Angstgefühlen hilft, ist, hier gut im Unterscheiden zu werden. Weil ein Angstgefühl nur noch halb so unangenehm ist, wenn ich zu mir selbst sage:

„Ach! Interessant! Ich spüre da eine gewisse Ängstlichkeit in mir.“

Oder:

„Uiii. Das macht mir aber ganz schön Sorge.“

Viele Menschen finden es auch sehr hilfreich, wenn sie ihr Angstgefühl auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten.

Skala 1-bis-10

Wobei eine 1 eine leichte Unsicherheit ist und eine 10 die totale Todesangst, bei der einem Pipi an den Innenseiten der Schenkel runterläuft.

Immer wenn wir es schaffen, ein Gefühl auf die bewusste Ebene zu ziehen, nehmen wir dem Gefühl seine Macht. Es fühlt sich dann weniger unangenehm an. Wenn wir es schaffen, das Gefühl zu beobachten.

Deswegen gewöhne es dir vielleicht einfach an, öfter in die Beobachterperspektive zu gehen und dich zu fragen:

„Wie stark ist meine Ängstlichkeit eigentlich gerade auf einer Skala von 1 bis 10?“

Dadurch lernst du, die verschiedenen Stufen deiner Gefühle und deines Angstgefühls zu unterscheiden. Du wirst achtsamer mit dir. Und die Ängstlichkeit wird immer weniger unangenehm, sondern ist halt „nur“ noch ein Gefühl, das ich gerade spüre.

Merksatz: Ein Angstgefühl, das ich bewusst wahrnehme und beobachte, ist nur noch halb so schlimm.

Impuls 22:  Die Ängstlichkeit verorten und dadurch kleiner machen!

Ein Angstgefühl auf einer Skala einzusortieren ist schon hilfreich, um die Ängstlichkeit kleiner zu machen. Was auch hilft, ist, das Gefühl im Körper zu verorten. Sich also zu fragen:

„Wo genau im Körper spüre ich das Angstgefühl? Wo ist der Ort, an dem mein Angstgefühl sitzt?“

Vielleicht spürst du sie im Nacken, im Bauch, in der Kehle, in der Brust?

Unsere Furcht hat normalerweise einen festen Platz, an dem sie wohnt.

Indem du dir diese Frage stellst, bringst du Bewusstheit und Achtsamkeit zum Angstgefühl und machst es dadurch kleiner und weniger unangenehm.

So wie du es auch schon beim Thema die Ängstlichkeit loslassen kennengelernt hast.

Das Verorten macht einem bewusst, dass die Ängstlichkeit nur ein Gefühl ist. Die Ängstlichkeit ist eine gefühlsmäßige Reaktion, die nicht unbedingt etwas mit der Realität zu tun hat. Die Ängstlichkeit kann auch allein in unserem Kopf entstanden sein, ohne dass es tatsächlich eine gefährliche Situation da draußen gibt.

Und hier noch ein Trick zum Gefühlsmanagement, den du bei Furcht anwenden kannst. Nachdem du dein Angstgefühl verortet hast,

  1. lege deine Hand auf die ängstliche Stelle an deinem Körper,
  2. nimm einen tiefen Atemzug und
  3. sage zu dir selbst: „Hallo, Angstgefühl. Ich sehe dich. Ich spüre dich. Ich höre dich. Ich habe dich wahrgenommen und tue alles, was notwendig ist, damit wir sicher sind. Ich habe die Botschaft empfangen. Du kannst also wieder gehen. Danke!“

Merksatz: Meine Furcht hat einen Ort im Körper, wo ich sie am stärksten spüren kann. Sich diesen Ort bewusst zu machen verringert das Angstgefühl. Und wenn ich dann noch mit meinem Angstgefühl spreche, wird die Ängstlichkeit noch kleiner.

Impuls 23: Wie gehe ich mit Angstgefühlen um?

Es gibt verschiedene Arten, mit Unsicherheit, Sorge und Angstgefühl umzugehen. Und jede hat ihre Berechtigung, aber auch ihre Vor- und Nachteile.

Möglichkeit 1: Ignorieren: Manchmal ist es gut, die Ängstlichkeit einfach zu ignorieren und sich mit etwas anderem abzulenken. Man muss nicht immer alles problematisieren und manchmal darf man auch den einfachen Weg gehen.

Möglichkeit 2: Verdrängen: Wenn man die Ängstlichkeit immer und immer wieder ignoriert, dann spricht man von Verdrängen. Und Gefühle zu verdrängen ist gefährlich, denn Gefühle suchen sich normalerweise ihren Ausdruck oder ein Ventil. Oft über körperliche Symptome oder sogar über Krankheiten.

Möglichkeit 3: Ausweichen: Ich kann Situationen, vor denen ich mich fürchte, einfach ausweichen. Das machen wir alle in bestimmtem Umfang. Schwierig wird es nur, wenn ich es zu oft mache. Oder wenn ich dadurch Dinge nicht tun kann, die ich eigentlich gerne tun würde. Wenn ich zum Beispiel gerne mehr Kontakt zu anderen Menschen hätte, ich aber Panik vor sozialen Situationen habe. Und wenn ich dann dem Angstgefühl immer ausweiche, werde ich einsam. Hier ist Ausweichen keine gute Lösung.

Möglichkeit 4: Zulassen: Ich kann Ängste auch einfach als normalen Teil des Lebens zulassen. Also davon ausgehen, dass Ängste normal sind und ihre Berechtigung haben. Ich darf meine Ängste spüren, sie beobachten, sie verorten, sie befragen, sie fühlen. Dann brauche ich sie nicht zu ignorieren, zu verdrängen oder ihnen auszuweichen. Ich kann sie aushalten und dann loslassen. Und je mehr ich das tue, desto kleiner werden meine Ängste. Weil ich immer mehr und mehr erlebe, dass die Situationen, in die ich mich begebe, gar nicht so gefährlich oder unangenehm sind, wie ich gedacht habe.

Frage dich im Alltag immer mal wieder:

„Wie gehe ich mit Angstgefühlen um? Ignoriere ich sie, verdränge ich sie, weiche ich aus oder lasse ich sie einfach zu?“

Merksatz: Wir können mit Furcht auf verschiedene Art umgehen und alle sind o. k. Aber am gesündesten ist das Zulassen der Angstgefühle. Dann bin ich frei.

Impuls 24: Furcht kann man vor x-beliebigen Dingen haben

Es ist schon erstaunlich, wovor man sich fürchten kann.

Manche Ängste sind biologisch bedingt: Wir haben zum Beispiel Furcht vor dem Fallen, vor der Höhe, vor dem Ertrinken, vor dem Ersticken. Meistens nützlich, weil wir so länger leben.

Wir können Panik vor Tieren haben. Vor großen oder kleinen Tieren. Vor Spinnen. Schlangen. Vor Hunden.

Wir fürchten uns vor Schmerzen oder vor Krankheit. Was uns dazu bringt, zum Arzt zu gehen oder manchmal auch nicht zum Arzt zu gehen.

Wir fürchten, dass unseren Lieben etwas zustößt. Was uns oft schlecht schlafen lässt, wobei wir doch meistens nichts anderes tun können, als zu vertrauen, dass alles gut wird.

Wir Sorgen uns, dass wir verlassen werden. Oder fürchten uns vor zu viel Nähe. Oft sogar beides gleichzeitig.

Wir fürchten uns vor Kontrollverlust. Deswegen zeigen wir uns so selten so, wie wir wirklich sind.

Wir fürchten uns davor, dass andere uns verachten und schlecht von uns reden. Und machen so oft gute Miene zum bösen Spiel. Oder laufen die ganze Zeit mit einer Maske herum.

Wir haben Angst, verstoßen und gemieden zu werden. Deswegen versuchen wir, ein guter Teil der Herde zu sein und nicht zu sehr aus der Reihe zu tanzen.

Oder wir haben Angst, dass andere uns übervorteilen und ein größeres Stück vom Kuchen bekommen. Deswegen verscherzen wir es uns oft mit den anderen und werden einsam.

Wir vermeiden Peinlichkeit oder dass wir ausgelacht werden könnten. Was unserer Lebendigkeit nicht guttut.

Wir haben Furcht vor Gewalt.

Wir fürchten uns vor dem Scheitern, deswegen versuchen wir vieles nicht, auch das, was uns glücklicher und zufriedener machen würde.

Wir wollen nicht enttäuscht werden. Also lieber gar nicht erst fragen.

Wir ängstigen uns vor Fremden, das wir nicht einschätzen können. Und vor der Andersartigkeit. Wir wechseln die Straßenseite und verlieren die Chance, etwas Neues zu lernen und unsere langweilige kleine Welt mal ein bisschen bunter zu machen.

Wir fürchten uns vor der Einsamkeit. Oder vor dem Alleine-Sein. Und schauen dann oft gar nicht auf das, was wir wollen.

Und wir fürchten uns vor dem Tod. Den man bekanntlich akzeptieren muss, damit man wirklich leben kann.

Es gibt unendlich viel, wovor man sich fürchten kann. Und Ängste sind normal und nichts Schlechtes. Wenn wir sie nicht blind hinnehmen, sondern auf eine gute und gesunde Art damit umgehen.

Merksatz: Es gibt nichts, wovor man sich nicht fürchten kann. Und fast jedes unreflektierte Angstgefühl macht unser Leben ein klein wenig unfreier und ärmer.

Impuls 25: Yoxtupror – kennst du, oder?

Yoxtupror. Kennst du? Wahrscheinlich nicht. Yoxtupror ist dir unbekannt. Und wenn etwas unbekannt ist, können wir es nicht einschätzen. Und wenn wir etwas nicht einschätzen können, sind wir eher vorsichtig, zurückhaltend, unsicher.

Mit anderen Worten: leicht ängstlich.

Das macht das Unbekannte mit uns. Es bringt die Ängstlichkeit in uns zum Vorschein.

Deswegen sind Menschen, die viel ausprobiert haben, die viel um die Welt gereist sind und die viel gesehen haben, auch gelassener, offener und einfach weniger ängstlich. Weil es weniger Unbekanntes in ihrem Leben gibt.

Deswegen ist ein Weg, die Ängstlichkeit kleiner werden zu lassen, sich dem Unbekannten bewusst und aktiv zu stellen.

Also über den eigenen Schatten zu springen und zu sagen:

„Ich kenn dich nicht, aber ich würde dich gerne kennenlernen. Denn wenn ich dich erst kenne, brauche ich dich nicht mehr zu fürchten.“

Und das gilt für Menschen genauso wie für unbekannte Situationen.

Merksatz: Neugier ist ein Gegengift für die Ängstlichkeit. Wer immer versucht, das Unbekannte zu ergründen, der spürt weniger Angst.

Impuls 26:  Die Ängstlichkeit zugeben

Das Leben wird einfacher, wenn wir anderen gegenüber zugeben können, dass wir uns fürchten. Denn Furcht ist nun einmal etwas ganz Natürliches, Menschliches.

Sag doch einfach:

  • Ne, ich komme nicht mit, weil ich mich fürchte.
  • Ne, ich will diesen Vortrag nicht halten, ich habe Panik davor, vor Menschen zu reden.
  • Ne, ich fürchte mich davor, zu zeigen, dass ich diesen Menschen mag, weil ich nicht zurückgewiesen werden will.

Aber wir trauen uns oft nicht, zuzugeben, dass wir uns fürchten. Wir trauen uns nicht, unsere Ängstlichkeit zu zeigen. Und wir erfinden dann Ausreden.

Weil einem Ängstlichkeit oft als Schwäche ausgelegt wird.

Oder weil die anderen uns dann einreden, unsere Furcht sei doch ganz unbegründet. Als ob unsere Angstgefühle etwas Rationales wären.

Wir wollen aber gut dastehen. Deswegen verstecken wir unsere Ängste. Und dadurch machen wir alles nur noch schlimmer.

Denn wir packen uns eine zusätzliche Sorge auf die Schultern. Die Furcht davor, dass jemand merken könnte, dass wir uns fürchten.

Also lieber die Ängstlichkeit zugeben. Ehrlich zu sich selbst sein und ehrlich zu anderen. Das ist der erste Schritt, besser mit den eigenen Ängsten zurechtzukommen.

Merksatz: Zu meiner Angst zu stehen, meine Ängstlichkeit zu zeigen und sie zuzugeben, macht mein Leben deutlich einfacher.

Und nun?

Die Impulse, Anregungen und Ideen aus diesem Text können dir helfen, mit deinen Angstgefühlen besser zurechtzukommen.

Aber das Lesen hilft natürlich nichts.

Etwas nur zu lesen, ohne es anzuwenden, ist auch ein bisschen verschwendete Zeit.

Deswegen suche dir bitte eine Idee oder einen Impuls aus diesem Text heraus und mache etwas damit.

  • Baue eine Idee in dein Leben ein.
  • Verinnerliche eine Idee.
  • Mach dir ein Poster und klebe es an die Wand.
  • Stelle dir vor, du würdest eine der Ideen umsetzen (Mentaltraining).

Mach etwas daraus.

Mut ist, etwas trotz der Angst zu tun. Trotzdem.

Panikattacken loswerden – Ganz einfach in 5 Schritten?

Um Panikattacken loswerden zu können, muss man zunächst einmal erklären und verstehen, woher die zugrundeliegende Angst eigentlich kommt. Tatsächlich kann es verschiedene Ursachen bzw. Auslöser für das Erscheinen von Panikattacken geben. Die Gruppe der Betroffenen besteht nicht nur aus Erwachsenen, sondern auch aus Kindern und Jugendlichen. Gibt es tatsächlich eine Möglichkeit, Panikattacken loswerden zu können in nur einigen kleinen Schritten?

Machen Sie sich zunächst bewusst, dass jeder Mensch vor irgendetwas Angst hat und jeder geht mit dieser anders um. Der eine schweigt sich dazu aus, der andere gibt sie ganz offen zu. Bei dem Gefühl der Angst handelt es sich um eine ganz natürliche Abwehrreaktion des Körpers. Was tun, um Panikattacken loswerden?

Der Mensch ist in der Lage, sich jeder Art von Angst zu stellen. Weglaufen bringt rein gar nichts. Schafft der Betroffener es nicht aus eigener Kraft gegen die Panikattacke anzukämpfen und Panikattacken loswerden, so sollte derjenige dringend einen Arzt aufsuchen. Auch Selbsthilfegruppen können bei der Bewältigung und beim Panikattacken loswerden behilflich sein. Panikattacken loswerden mit Medikamenten ist möglich, jedoch nicht immer die beste Methode. Mit Gesprächen mit anderen Betroffenen Panikattacken loswerden, anstatt mit Medikamenten und anderen Rauschmitteln. Auch Psychologen und Psychiater können mit Rat und Tat zur Seite stehen, so dass Sie Ihre Panikattacken loswerden. Liegt ein sehr akuter Fall vor, so können Sie Panikattacken loswerden indem Sie sich stationär behandeln lassen. Der Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung ist dann unumgänglich.

Bei Panikattacken handelt es sich um eine Angsterkrankung, die einer speziellen Therapie bedarf um Panikattacken loswerden. Diese Therapie ist auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt, es handelt sich niemals um eine „Pauschaltherapie“. Aufgrund der heute bestehenden modernen Therapieverfahren ist es jedoch möglich Panikattacken loswerden, indem sie schnell und effektiv behandelt werden können.

Die Erste Hilfe bei Panikstörungen: das kognitive Therapieverfahren

Jeder Mensch verfügt über kognitive Fähigkeiten. Dabei spielt der menschliche Gedanke, das menschliche Denken eine Schlüsselrolle. Warum? Denn das, was wir denken, hat Einfluss auf unser Handeln und den Ausdruck unserer Gefühle. Letztlich basieren auch die Reaktionen des eigenen Körpers auf den Gedanken.

Leidet beispielsweise jemand unter Arachnophobie, also unter Angst vor Spinnen, so wird er panisch bei deren Anblick reagieren. Der erste Gedanke wird wohl sein: Weg hier! Es gibt einige, die beginnen stattdessen laut zu schreiben, wieder andere können sich kein Stück mehr bewegen. Die Angst lähmt sie. Hierbei handelt es sich um panische Reaktionen, die dadurch hervorgerufen werden, dass der Betroffene an die Gefahr denkt, die von der Spinne ausgeht. Es spielt dabei keine Rolle, dass dies eigentlich nicht der Wahrheit entspricht.

Das kognitive Therapieverfahren setzt in der Gegenwart an, damit Betroffene ihre Panikattacken loswerden. Dies ist ein anderer Ansatzpunkt als bei einer Psychotherapie, die den Auslöser für die Angst in der Vergangenheit zu suchen vermag. Der behandelnde Therapeut versucht hierbei herauszufinden, welche Situationen oder Dinge die Angst auslösen, ebenso wie der Betroffene darauf reagiert und ob die Reaktion bzw. die Gedanken bezüglich dieser angemessen oder eher übertrieben sind. Negative Gedanken und Einstellungen müssen um die Panikattacken loswerden in etwas Positives umgewandelt werden. Dies ist durchaus möglich und Bestandteil dieser Therapie.

Die kognitive Verhaltenstherapie setzt auf therapeutische Strategien, damit die Betroffenen Ihre Panikattacken loswerden:

– das Herausfiltern negativer Gedanken, die Ängste auslösen, – das Umwandeln in positive, hilfreiche Gedanken, – Übungen zum Verhalten und zur Vorstellungskraft, – Techniken zur Entspannung, – Atemübungen, – eine zielgerichtete Desensibilisierung, – das Selbstsicherheitstraining und das Konfrontationstraining.


Panikattacken loswerden


Der letzte Schritt zum Panikattacken loswerden: die Konfrontationstherapie

Es gibt unzählige Phobien und dabei wird von jeder Art der Angst ein unterschiedliches Verhaltensmuster nebst unterschiedlichem Denkmuster ausgelöst. Dabei ist nicht nur wichtig, die Angst selbst zu bekämpfen, um so die Panikattacken loswerden, sondern auch, die Angst vor der Angst zu bewältigen. Die Konfrontationstheorie zeigt Betroffenen, wie sie sich mit den Dingen oder Situationen auseinandersetzen, die ihnen Angst macht und Auslöser der Panikattacken ist. Wie die Bezeichnung vermuten lässt, werden sie dabei mit genau diesen Panikattacken auslösenden Ängsten konfrontiert. Aber nur auf diese Art und Weise werden Sie die Panikattacken loswerden.

Stellen Sie sich der Angst und kämpfen Sie gegen diese an. Nur so überwinden Sie die Furcht und Sie können die Panikattacken loswerden. Das Gefühl der Angst beginnt stets im Kopf, der Auslöser spielt dabei keine Rolle. Aus diesem Grund sollte auch genau da angesetzt werden, Panikattacken loswerden mit Hilfe neuer Denkweisen. Es geht darum, Panikattacken loswerden indem sich der Betroffene der vermeintlichen Gefahr seiner Ängste ausgesetzt sieht. Dabei sollen Betroffene Selbstvertrauen erlernen und die Kontrolle über die Situation wiedererlangen und letztlich die Panikattacken loswerden.

Angst kann nur mit Hilfe der Überwindung erfolgreich bekämpft werden. Man muss sich ihr stellen. Der Betroffene kann dann die Lage analysieren und die negativen Gedanken in eine positive Richtung lenken. Das Positiveren ist ein wesentlicher Bestandteil der kognitiven Verhaltenstherapie. Es trägt dazu bei, die Ängste abzubauen und negative Gedanken in vertrauensvolle Empfindungen umzuwandeln und auf diese Weise die Panikattacken loswerden.



Plötzlich auftretende Panikattacken loswerden – in 5 Schritten

Trotz einer Therapie verschwinden Panikattacken nicht einfach von der Bildfläche, sie können durchaus noch auftreten. Was sollten Sie dann tun, um Panikattacken loswerden? Sie können die Panikattacken loswerden in tatsächlich nur 5 Schritten, indem Sie die Kontrolle zurückerobern und die vermeintlich gefährliche Situation entschärfen.

Schritt 1: Sich bewusst machen, dass die Angst im Kopf entsteht und diese dort zuerst besiegt werden muss. Sie können Panikattacken loswerden indem Sie positive Denken, ganz gleich, ob Ihr Körper Ihnen negative Signale sendet. Behalten Sie die eine positive Denkweise bei, denn die Situation ist in keinem Fall lebensbedrohlich! Machen Sie sich genau bewusst, dass die Angst lediglich in Ihrem Kopf existiert, versuchen Sie diese zu bekämpfen und so die Panikattacken loswerden.

Schritt 2: Schalten Sie alte Verhaltensmuster und Verfahrensweisen aus!

Sie können die Panikattacken loswerden, indem Sie sich Ihr Bewusstsein zunutze machen und es einschalten. Die Lage sollte nicht überbewertet werden. Versuchen Sie stattdessen, tief durchzuatmen und eventuell gelernte Atemtechniken anzuwenden. Stellen Sie sich einer Gefahr, die in Wirklichkeit gar keine ist. Seien Sie mutig und stark. Verfallen Sie nicht in Ihr altes Verhaltensmuster, durchbrechen Sie dieses und Sie können so die Panikattacken loswerden. Das Zepter liegt in Ihrer Hand, Sie kontrollieren die Situation.

Schritt 3: Fördern Sie Ihr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

Machen Sie sich bewusst: Sie haben die Macht! Sehen Sie die Situation gelassen, es gibt gar keinen Grund, Angst zu haben. Vertrauen Sie sich selbst, hören Sie nicht auf die Stimme in Ihrem Kopf, die negativ daherredet. Sie sind der Situation gewachsen. Da ist nichts, was es zu fürchten gilt. Panikattacken loswerden mit strotzendem Selbstvertrauen und selbstbewusstem Handeln.

Schritt 4: Konfrontation als Mittel zur Überwindung der Angst

Wer Angst vor etwas hat, neigt dazu, genau diese Situation zu meiden. Laufen Sie jedoch stattdessen nicht weg! Denn jede Form des Rückzugs birgt auch immer die Gefahr, in sein altes, eingefahrenes Verhaltensmuster zurückzufallen und genau das wird Ihnen nicht dabei helfen, die Panikattacken loswerden. Die Situation mag noch so furchterregend und angsteinflößend auf Sie wirken, tatsächlich ist sie das jedoch gar nicht. Die Konfrontation beinhaltet die sicherste Methode, Panikattacken loswerden und die Angst endgültig zu bekämpfen.

Schritt 5: Ein Mantra als Lösung in brenzligen Situationen

Bei aller Theorie, manchmal ist die Praxis nicht ganz so einfach. Und dann steigt sie doch wieder auf, dieses plötzliche Gefühl der Angst, Panik macht sich breit. Sie fühlen sich hilflos, denn Sie können nichts dagegen tun? Das ist so nicht ganz richtig: Ein Mantra kann Ihnen dabei helfen, eine sich anbahnende Panikattacke zu überwinden. In einer solchen Situation können Sie Sätze wiederholen, die Sie zuvor auswendig gelernt haben. Ein Beispiel gefällig?

“Mir ist die Situation bewusst, ich kenne sie. Mir wird nichts passieren.”

“Die Angst beruht auf einem Hirngespinst, ich habe gar nichts zu befürchten.”

Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie die Sätze laut von sich geben oder lediglich in Gedanken immer wieder abspielen. Sie werden sich in jedem Fall besser fühlen.

Fazit:

Wie Sie sehen, gibt es einige Möglichkeiten, um seine Panikattacken loswerden. Hinter jeder Attacke verbirgt sich die Angst, ebenso wie die Angst vor der Angst. Es bringt nichts, vor dieser die Augen zu schließen, Sie müssen sich ihr stellen. Bieten Sie ihr die Stirn! Machen Sie sich bewusst, dass durch jede Flucht (in welcher Form auch immer) die Angst noch größer und stärker wird und die Kontrolle übernimmt. Die Störung wird dadurch aufrechterhalten, dass stets die ängstliche Erwartung vor dem Ausbrechen der Panikattacke vorherrscht. Es hilft also alles nichts, Sie müssen sich Ihrer Angst stellen. Denken Sie positiv, verfallen Sie nicht in ein altes Verfahrensmuster zurück, vertrauen Sie auf sich selbst, bewegen Sie sich, um eventuell ausgeschüttete Stresshormone schneller abbauen zu können.

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